Autor: HawaiiSamurai Thema: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen  (Gelesen 2818 mal)

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Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:17 Uhr »
Hallo,

willkommen zu meinem Tagebuch. Zum Anfang der DayZ Mod hab ich angefangen, je nach Lust und Laune meine Erfahrungen und Spielerlebnise in Form eines Tagebuchs festzuhalten. Jetzt da einige meiner damaligen Mitspieler und ich selbst langsam wieder anfängen gelegentlich die Standalone zu spielen, krame ich die alten Aufzeichnungen wieder heraus, um einige neue Kapitel aus der Standalone hinzufügen. Es ist gut möglich, dass der ein oder andere das Tagebuch auch schon kennt, sind wir doch in den letzten Jahren durch einige Foren gegeistert.
Ich denke das Tagebuch gibt einen guten Eindruck über das Spiel zur Zeit der Mod und der ein oder andere Standalone Spieler kann sich durch die Schilderungen auf das ein oder andere freuen, was uns in der Standalone noch erwartet.

Vorwort:
Hier möchte ich euch in unregelmässgen Abständen, soll also heißen, immer wenn mir danach ist und ich Bock habe, erzählen was meinen Gefährten und mir auf Chernarus wiederfahren ist. Erwartet also keine Regelmässigkeit.
Meine Wahl fiel auf ein Banditen Tagebuch, weil wir nicht zurück schrecken andere Überlebene zum Wohle unserer Gruppe zu opfern. Wir töten keine anderen Überlebenden zum Spass, sondern um unsere Gruppe zu versorgen und auszurüsten. Unbewaffnete Überlebene sind nicht unser Ziel, jene mit Ausrüstung sollten sich aber vor uns in Acht nehmen. Überleben um jeden Preis oder auch Gelegenheit macht Diebe.

Das Tagebuch ist unterteilt in Kapitel. Jeder neue Charakter, also jeder Tod eröffnet ein neues Kapitel. Bitte versteht, dass ich nach und nach das Neuausrüsten und Zusammenfinden der Gruppe etwas kürzer fassen werde.
In meinen Ausführungen sind einige Elemente enthalten, die nicht direkt mit dem Spiel zu tun haben. Nach und nach werde ich meiner wiederkehrenden Spielfigur etwas Persönlichkeit geben. Durch Erinnerungen oder Gedankengänge.
Das hängt damit zusammen, dass ich "meiner Figur" etwas mehr Tiefe geben will. Es interessiert mich was in diesem Moment gedacht würde oder einen Weg zu finden zu Beschreiben warum ich gerade folgendes tat. Welche Zusammenhänge gibt es dort? Warum handelt der Mensch so? Welchen Einfluss hat eine derartige lebensfeindliche Umgebung auf einen Menschen? Diesen Aspekt berücksichtigend versuche ich zu veranschaulichen, wie aus einem freundlichen Familienvater während der Zombieinvasion ein ruchloser gefühlskalter Bandit wird.

Übersicht der Kapitel:
Kapitel I - XIV - DayZ Mod
Kapitel XV - XVI - Taviana
ab Kapitel XVII - folgend DayZ SA

Und jetzt viel Spass beim Lesen!

grüße
« Letzte Änderung: Montag, 08.Dez 2014 - 15:34 Uhr von HawaiiSamurai »
A dagger at night is worth a thousand swords at dawn.
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #1 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:17 Uhr »
Kapitel I, Tage in Elektrozavodsk

Es war der dritte Tag nach der Katastrophe. Alles was mir einmal etwas bedeutet hatte, meine Familie, mein kleines Haus im Grünen etwas nordwestlich von Elektrozavodsk hatte keine Bedeutung mehr. Gerade hatten wir uns wieder ein normales Leben aufgebaut. Wir waren erst vor kurzem hier hergezogen und wurden wunderbar von unseren Nachbarn in die Gemeinschaft aufgenohmen. Mein Nachbar Petr lud mich oft zum Karten spielen und Angeln ein und sein Selbstgebrannter suchte Seinesgleichen.
Ich hatte einen guten Job im Hafen gefunden, endlich etwas ziviles, das Militär wollte ich hinter mir lassen, zuviel hatte ich gesehen und der dritte Geburtstag meiner kleinen Tochter stand kurz bevor.
Meine Schwiegereltern hatten sich angekündigt. Das erste Mal, dass die Familie wieder zusammen findet nachdem der Krieg beendet war.
Wir hatten sogar etwas gespart, um unserer Kleinen einen Kuchen zu kaufen. Der Krieg hatte tiefe Narben in den Seelen der Menschen in dieser Gegend hinterlassen. Umso mehr freuten wir uns, dass nun bessere Zeiten bevorstanden. Ihr Geburtstag war unser Neuanfang. In eine hoffentlich bessere Zukunft. Wir waren voller Hoffnung. Doch niemand konnte Ahnen, dass uns das Schlimmste noch bevorstand.

Ich weiß nicht mehr was passiert ist. Meine Gedanken um den Tag 0 sind irgendwie vernebelt. Meine Erinnerungen sind leer.
Doch Überall wohin man sah, waren nur noch Tod und Zerstörung und von einst geliebten und bekannten Menschen waren nur noch die wandelnen seelenlosen Überreste vorhanden, welche nach Fleisch der Lebenden gierten. Was zur Hölle war passiert?

Ich wachte an einem Strand auf. Langsam versuchte ich die Augen zu öffnen. Das Licht der Sonne und der Sand brannten in meinen Augen. Wie lange hab ich hier gelegen? Mein Kopf dröhnte. Meine Glieder schmerzten, doch ich versuchte aufzustehen.
Ich rappelte mich langsam auf und sah mich um.
Die Ecke kannte ich. Mit Petr war ich hier oft zum Angeln und in der Ferne sah man die Hafenkräne von Elektrozavodsk, meinem einstigen Arbeitsplatz. Aber warum bin ich hier?
Ich bemerkte ein Gewicht auf meinem Rücken. Ein Rucksack. In ihm waren Schmerzmittel, Bandagen und eine Taschenlampe, hatte ich eine Vorahnung oder warum hatte ich das bei mir und wo verflucht war meine Zahnbürste und mein MP3 Player?

Es blieb mir keine Zeit mich darüber zu ärgern. Ich musste schauen, was passiert war. Mit einem unguten Gefühl im Bauch machte ich mich Richtung Norden auf. Ich ging vorsichtig über die Gleise als ich am Horizont jemanden sah. Ich stand auf und begann zu Winken. Doch die Person reagierte nicht, doch bewegte sich in meine Richtung. Als die Person näher kam, bemerkte ich das Blut. Das komplette Hemd war blutverschmiert und der ausgerenkte Kiefer verformte das Gesicht zu einer grässlichen Fratze. Die Augen starrten Tod in den Himmel.
Instinktiv warf ich mich auf den Boden. Was war das? Ein "Zombie"? Sowas kenn ich doch nur aus irgendwelchen Hollywood Filmen. Das kann doch nicht wirklich sein. Ich zwickte mich um Aufzuwachen, doch ich blieb neben den Gleisen liegen und die Gestalte wankte, ohne mich bemerkt zu haben, weiter. Ich war irgendwie erleichtert. Schliesslich hatte ich keine Schallplatten um gegen den Zombie vorzugehen.
Jetzt wurde mir die Gefahr in der ich mich befand bewusst und obwohl ich mir vorgenohmen hatte nie wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen, wusste ich, um hier eine Change zu haben, musste ich diesen Vorsatz brechen.
Ich wusste, dass ich ganz in der Nähe einer Farm war. Früher kauften wir hier oft frische Milch und Eier, wenn wir auf dem Weg aus der Stadt nach Hause unterwegs waren.
Vielleicht eine gute Möglichkeit eine Waffe zu finden. Schliesslich sind die Russen doch irgendwie den Amerikanern ähnlich als sie zugeben wollen. In vielen privaten Haushalten findet man die ein oder andere Waffe.
Geduckt, immer mal wieder innehaltend, um mich umzusehen, rannte ich Richtung Farm.
Meine Hoffnung eine Waffe zu finden schwand jäh als ich die Farm erblickte. Die einstigen fleissigen Arbeiter waren zu seelenlosen Gestalten geworden, die jetzt in abstrakten Bewegungen ihre Körper um die Hallen schleiften. Es wimmelte nur so von ihnen.
Ich warf mich ins hohe Gras um nicht entdeckt zu werden und robbte vorsichtig in Richtung Farm, um mir einen besseren Überblick zu verschaffen. Es waren viel mehr als ich dachte, doch ich sah die Tür zur Halle offen stehen. Das war mein Ziel.
Vorsichtig die Zombies immer im Blick kroch ich auf das Haus zu. Jeder Meter brachte mich meinem Ziel näher. Mein Kriechen wurde unterbrochen als ein lautes Stöhnen die Stille um mich erfüllte. Ich zuckte zusammen. Hatte ich einen Zombie übersehen? Ich blickte mich um und etwa 20 Meter von mir entfernt kroch eine Gestalt mit leeren Augenhöhlen an mir vorbei. Ich drückte meinen Körper an den Boden und hoffte, dass sie mich nicht entdeckt hatte. Das Stöhnen wurde leiser und verschwand letztlich ganz.
Nach 2 Minuten hob ich meinen Kopf vorsichtig. Die Gestalt war nicht mehr zu sehen. Der Weg in die Halle war endlich frei. Ich kroch drauf zu und bemerkte aus dem Augenwinkel einen Untoten in meine Richtung wanken, aber er hatte mich noch nicht bemerkt. So schnell ich konnte krabbelte ich in die Halle.
In der Halle lagen leere Blechdosen, leere Coladosen. Am anderen Ende der Halle stand ein Zombie, mit dem Rücken zu mir.
War die Mühe hier in die Halle zu umsonst? Zu meinem Glück sah ich auch eine Axt auf dem Boden liegen. Das war nicht ganz die gewünschte Waffe, die ich mir vorstellte, aber es war doch ein Anfang. Ich nahm die Axt und ein Gefühl der Sicherheit machte sich in mir breit.. Kampflos würden sie mich jetzt nicht mehr bekommen.
Ich schlich mich an den Zombie heran und war einige Meter hinter ihm als plötzlich mit einem Stöhnen der Zombie sich umdreht und auf mich zu rannte. Angst erfüllte mich. Wie angestarrt stand ich da. Kurzgefolgt von einem Ausstoß von Adrenalin. Der Zombie erwischte mich an der Schulter bevor ich beherzt mit der Axt zuschlugen konnte. Wie ein Stein fiel der Körper zu Boden. Erst jetzt hatte er wohl seine endgültige Ruhe gefunden. Stechende Schmerzen meiner Schulter unterbrachen den Moment. Blut schoß aus meiner Schulter. Wie ichs beim Militär gelernt hatte, stoppte ich die Blutung mit einer Bandage. Es funktionierte zum Glück. Ich hatte meinen ersten Zombie getötet. Doch wie sollte es weiter gehen? Hatte mein Versuch mich gegen das Sterben zu aufzulehnen überhaupt einen Sinn? Und vorallem gab es noch andere Überlebene? Ich beschloss nach Elektrozavodsk zu gehen, um mich mit dem Notwendigsten zu versorgen. Vielleicht treffe ich dort auch auf andere Überlebene....


grüße
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #2 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:18 Uhr »
Es dämmerte etwas als ich mich der Stadtgrenze von Elektrozavodsk näherte. Die hohen grauen Bauten ragten wie immer in den Himmel. Doch die einstige Metropole schwieg. Eine bedrückende Stille umhüllte die Stadt.
Den Schienen folgend erreichte ich die Stadtgrenze und die Stille wurde durch ein Stöhnen und das Schlurfen der untoten Horde unterbrochen.
Zwischen den Häuserschluchten tummelten sich viele viele Zombies.
Ich schluckte nicht schlecht als ich diese Massen an Untoten sah, doch ich wusste, dass es keine andere Möglichkeit gab als in die Stadt zu gehen.
Wieder kriechend bahnte ich mir den Weg durch die einstige Bevölkerung der Stadt. Ich brauchte meine Zeit, aber es sollte sich lohnen.
Viele Häuser waren mit Stacheldraht verbarikadiert. Doch man konnte viele Barikaden umgehen. Ein Drahtschneider wäre viel wert in diesen Momenten.
In einem ehemaligen Wohnhaus fand ich eine M1911 mit 2 Magazinen. In einem kleinem Haus fand ich eine Uhr, einige Nahrungsmittel. Es ging bergauf.
Mein nächstes Ziel war die Feuerwehrstation. Ich konnte mir vorstellen, dass ich dort einiges finden würde.
Ich näherte mich der Feuerwehrstation und umging einige Untote auf meinem Weg. Im hohen Gras liegend wartete ich auf meine Chance in die Feuerwehrstation zu laufen.
Kein Zombie war in Sicht, also nahm ich die Beine in die Hand und lief in die Station.
Ein beißender Gestank stach mir in die Nase. Am Eingang zum Turm sah ich eine Leiche. Die Fliegen kreisten schon um den toten Körper Lange schien der Körper hier noch nicht zu liegen. Vorsichtig näherte ich mich. Die Person schien wirklich tot zu sein.
Ich hab zwar schon Tote gesehen, doch diese Situation war anders. Durfte ich nachschauen, ob er etwas brauchbares dabei hatte, oder war es Diebstahl? Meine Gedanken kreisten hin und her. Innerlich zerissen machte ich mich doch auf, die Leiche zu durch suchen. Für ihn kam jede Hilfe zu spät, weshalb sollte ich diesen Wink den Schicksals nicht annehmen? Mit meinem schlechten Gewissen kämpfend nahm ich mir, was ich dachte zum Überleben zu brauchen. Einen neuen größeren Rucksack, etwas Lebensmittel, einige Bandagen, Munition. Machte mich mein Verhalten nun zum Verbrecher? Oder war es mir gestattet in dieser Situation so zu handeln? Wie hätte ich reagiert, wenn es sich um einen Lebenden gehandelt hätte? Gedanken ohne Ende schossen mir durch den Kopf, doch letztendlich schlief ich auf dem Turm der Feuerwache ein.

Die Sonne schob sich langsam über die verlassenen Häuser von Elektrozavodsk.
Ein Knall in der Ferne lies mich aufschrecken. Ich hatte nicht gut geschlafen und mein Nacken schmerzte, doch war ich froh noch am Leben zu sein.
Meine Gedanken schweiften wieder zur Leiche vom Vortag. War es richtig mich an seiner Ausrüstung zu bedienen? Erlauben die Umstände entsprechend zu handeln?
Meine Gedanken endeten abrupt mit einem weiteren Knall. Jetzt konnt ich es deutlich hören. Schüsse in meiner Nähe. Ich war nicht allein.
Ich kletterte hoch in den Turm der Feuerwache um mir einen besseren Überblick verschaffen zu können und zu meinem Glück lag dort eine AK mit 2 Magazinen Munition. Wenn das kein Zeichen war. Ich verstand nicht warum man in einer Feuerwehrstation ein AK braucht, aber ich war zu dankbar für diese Fügung um sie weiter zu hinterfragen.
Aus dem Fenster blickend suchte ich den Horizont ab. Zwischen den Häuserschluchten sah ich jemanden laufen. Hinter ihm einige Zombies. Wieder Schüsse. Dann war wieder Stille. Ich blieb im Turm der Feuerwache. Suchte die Umgebung ab, hatte ein Auge auf die Treppen.
Es blieb ruhig bis ich eine Stimme hörte. "Friendly friendly, we are friendly." Zwei andere Überlebene standen auf dem Dach der Feuerwache vor dem Fenster einen Stock unter mir. Ich ging vorsichtig die Treppe runter. Konnte ich ihnen trauen? Ich sah sie beide am Fenster stehen, einer unbewaffnet, der andere mit Pistole im Anschlag. Ich musterte den mit Pistole. Die Situation war zu gefährlich um Fremden blind zu vertrauen.
Waren sie wirklich freundlich oder wollten sie nur an meine gerade neue Waffe und meine spärlichen Vorräte?
Erneut sprach einer zu mir. "Don't shoot. We friendly." Durch die kalte Nacht hatte ich meine Stimme verloren (Oder ich wusste einfach nicht wie ich den Sprachchat benutze. :D) letztendlich konnte ich ihnen kommunizieren. (Direct Chat)
Gerade als ich ihnen sagen wollte, dass ich keine Bedrohung darstelle und fragen wollte wie die Situation im Supermarkt ist, bemerkte ich, dass derjenige mit Pistole nicht mehr am Fenster stand. Schüsse trafen mich und aus dem Augenwinkel sah ich, dass der mit Pistole an ein anderes Fenster zu meiner linken Seite gegangen war und von dort das Feuer auf mich eröffnete. Diese miesen Ratten!
Instinktiv bewegte ich mich auf die Treppe hoch während ich das Feuer auf den Kerl der vor mir am Fenster stand eröffnete. Getroffen durch meine AK ging er zu Boden. Ich taumelte schwer getroffen die Treppen hoch. Ich konnte kaum noch etwas sehen. Nach kurzer Zeit war ich wieder bei Sinnen. Mit meiner letzten Bandage stoppte ich meine Blutungen. Angespannt saß ich im Turm und hielt die Treppe im Auge. Wo war der Kerl mit Pistole hin? Ich sah ihn auf dem Dach von Deckung zu Deckung laufen. Ich eröffnete das Feuer und müsste ihn auch etwas getroffen haben. Er warf sich direkt hin. Ich ging in Deckung und behielt seine Position im Auge.

Ich fühlte mich schlecht. Ich hatte endlich andere Überlebene getroffen, doch scheinbar ist sich in dieser schweren Zeit jeder selbst der Nächste. Fast hätte mich meine Navivität mein Leben gekostet. Oder war es meine Waffe die sie dazu trieb mich angreufen? Sollte dies der neue Weg sein zu Überleben? Waren nicht nur die Untoten ein Problem, sondern andere Überlebene ein viel Größeres? Gab es in dieser Stunde keine Freunde mehr?
Schüsse ließen mich wieder aufhorchen. Sie klangen anders als die der Pistole. 2 laut hallende Schüsse durchbrachen die Stille.
Ich schob vorsichtig den Kopf etwas hoch um aus dem Fenster zu schauen. Auf dem Dach lag eine Leiche. War dies der Pistolenschütze? Ich konnte nich länger gucken denn genau in diesem Moment pfeifte eine Kugel an meinem Kopf vorbei. Diese Kugel kam nicht vom Dach der Feuerwache, aber ich konnte die genaue Position nicht ausmachen. Ich drückte meine Nase an den Boden.
Vorsichtig bewegte ich mich etwas hin und her und Kugeln schlugen hinter mir an der Wand ein. Die Schüsse waren laut. Es schien so als hätte das Feuergefecht mit den anderen einen Scharfschützen angelogt und ich saß auf dem Präsentierteller.
Weitere Schüsse flogen über mich. Ich presste mich an den Boden um meine Position wechseln zu können um einen Blick zu erhaschen, wo der Sniper liegen könnte. Mit meiner AK und noch knapp etwas mehr als einem Magazin konnte ich mir kein Duell leisten. Eine Unachtsamkeit beim Aufstehen brachte mir eine Kugel in die Hüfte ein. Blut schoß aus meinem Körper. Mit einem Schrecken musste ich feststellen, dass ich keine Bandagen mehr hatte. Langsam verlor ich mehr und mehr Blut. Meine Sicht wurde immer schlechter. Mir wurde schwindelig. Ich lag auf dem Boden der Feuerwache. Sollte es das schon gewesen sein?

Ich dachte an meine kleine Tochter wie sie auf der Schaukel saß und lächelte während ich sie anschubste. Meine Frau kam mit Orangensaft in den Garten. Ihr Sommerkleid und ihre Haare wehten im Wind. Sie lachte uns an während meine Tochter "Höher, höher!" rief.
Der Schmerz durchzog meinen Körper erneut. Ich rappelte mich auf. Wenn ich schon von dieser Welt abtrete, dann zumindest nicht alleine. Mit meiner letzten Kraft wollte ich dem Scharfschützen einen Kampf liefern, den er nicht vergisst.
Ich schaute aus dem Fenster und konnte mein Glück kaum fassen. Dort lief jemand über die freie Fläche Richtung Feuerwache. Ohne zu zögern eröffnete ich das Feuer und schickte den Kerl in eine bessere Welt. Gerade als er umfiel durchschlug eine Kugel meinen Brustkorb. Der Scharfschütze. Es war nicht der Scharfschütze. Er war nicht alleine. Aber seinen Freund nahm ich mit. Ich sank zu Boden.

Ein letztes Mal sah ich meine Tochter auf der Schaukel sitzend. Meine Frau trank etwas Orangensaft und stellte sich zu uns. Mit einem Satz sprang meine Tochter von der Schaukel und rannte auf uns zu und umarmte uns beide.
In diesem Moment wurde meine Sicht schwarz. Der Schmerz war auf einmal nicht mehr da. Ich fühlte mich erleichtert. Werde ich sie jetzt wieder sehen? Meine Gedanken endeten hier.

-Ende Kapitel I-


grüße
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #3 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:18 Uhr »
Kapitel II, Freunde fürs Überleben

Ich schnaufte tief durch als ich meine Beine in Richtung Elektrozavodsk bewegte. Die Häfen vor Augen machte ich mich auf den Weg in die Stadt.
Mir kam die Situation so bekannt vor. Ein beklemmendes Déjà-vu. Ich wusste von Zombies, die in der Näher der Zivilsation jagt auf Lebende machen. Ich wusste aber auch von Lebenden, die in ihrer Situation so verzweifelt sind, dass sie Gewalt gegen andere Überlebene einsetzen. Auf der Suche nach dem kleinsten Vorteil. Der Überlebenstrieb des Menschen in seiner vollen Blüte. War es eine Situation wie diese, die unsere durch die Zivilsation, durch Jahre der modernen Gesellschaft unterdrückten Triebe wieder zum Vorschein brachte? Wurde der Mensch wieder zum jagenden Tier, was ihn zur herrschenden Spezies auf diesem Planeten machte? Zur Spitze der Nahrungskette, von der wir jäh durch die Zombies herunter geschubst wurden? Wir waren sowohl Jäger als auch Gejagte in einer surealen Welt, die keine Fehler verzeiht. Was uns Menschen ausmacht ist unsere Anpassungsfähigkeit, der Trieb zu Überleben. Zu jedem Preis. Das ist es was uns von den wankenden seelenlosen Gestalten unterscheidet. Doch sind wir bereit diesen Preis zu zahlen, wenn es darauf ankommt?

Ich näherte mich den ersten Häusern von Elektrozavodsk. Die ersten Zombies krochen auf den Feldern vor der Stadt. Ich warf mich zu Boden und krabbelte zwischen Zombies und Häusern. Auf der Suche nach offen stehenden Häusern. Ich hatte Glück und fand einige Sachen. Etwas Lebesmittel. Eine Pepsi. Eine Uhr.
Ich bahnte mir meinen Weg durch die Stadt. Mit dem Wissen, dass wenn mich ein Zombie entdeckt, wäre es mein sicherer Tod. In einem Haus fand ich endlich eine Makarov. Ich fühlte mich etwas sicherer, doch war ich mir darüber bewusst, dass es nur die letzte Möglichkeit wäre. Ein Schuss würde viele weitere Zombies anlocken. Ich musste weiterhin vorsichtig sein und jegliche Konfrontation vermeiden.
Ich schlich mich weiter durch die Stadt. Fand einige weitere Sachen. Unter anderem einen Rucksack. Die Straßen wirkten verlassen. Kaum Zombies wankten durch die Straßen. Ich war mir nicht sicher, ob das ein gutes Zeichen oder ein schlechtes Zeichen ist.

Ein Wimmern war zu hören.
Ein Hilferuf ereilte mich. Ein Freund war auch in Elektrozadovsk unterwegs und war schwer angeschlagen durch Zombies in die Kirche geflüchtet.
(Mitspieler im TS war auch in Elektrozavodsk unterwegs und wohl der Grund warum die Straßen so leer waren. ^^ ).
Er hatte Bluttransfusion dabei, doch er brauchte Hilfe um sich diese zu verpassen. Ich zweifelte etwas. Schliesslich war ich kein Arzt und hatte keinerlei medizinische Erfahrung aus das Blättern in der Apotheken Umschau, aber wenn ich ihm damit helfen konnte, würde ich es zumindest versuchen.
Ich schlich durch einen Hinterhof und lag auf der anderen Seite der Straße der Kirche. Vorsichtig umschauend kroch ich über die Straße und erreichte die Kirche. Mit einer Pistole im Anschlag lag mein Freund im Kircheneingang. Stacheldraht versperrte den weiteren Weg in die Kirche.
Wir hatten keine Möglichkeit weiter in die Kirche hinein zu gehen.
Während er uns absicherte und die Tür im Auge hatte, versuchte ich mein Möglichsten ihn mit Blut zu versorgen. Es war schwer eine Vene zu treffen und ich bräuchte einige Anläufe bis ich eine traf, aber schliesslich war es mir möglich ihm eine Transfusion zu geben. Er war gerettet und ich hatte einen Mitstreiter in dieser schweren Zeit.
Nach einer kurzen Lagebesprechung waren wir uns einig, unser nächstes Ziel sollte der Supermarkt sein. Er war zuvor im Krankenhaus und hatte einige Medikamente dabei. Uns fehlte es also an Lebensmitteln und starke Waffen wären nicht verkehrt.

Zusammen schlichen wir durch die Straßen der Stadt, die nach und nach wieder mit Zombies gefüllt waren. Großzügig umgingen wir die Zombies bis wir auf der anderen Straßenseite ein Gebäude mit Glasfassade sahen. Das war der Supermarkt. Vorsichtig näherten wir uns dem Gebäude. Der Supermarkt eröffnete einen Schatz für uns. Überall lagen Sachen die wir gebrauchen konnten. Wir stopften uns so die Taschen voll, dass wir einen Zombie der an der Glasfassade entlang schlurfte übersahen. Mit einem Stöhnen rannte er auf einmal auf uns zu. Wir gingen soweit ins Gebäude hinein und mein Freund erschlug ihn mit einer Axt. Zwar fing er sich einen Schlag, doch die Axt ermöglichte es uns, keinen Gebrauch unserer Schusswaffen zu machen. Wir machten uns weiter daran den Supermarkt leer zu räumen. Ich räumte im Hinterzimmer gerade die Regale aus und trank eine Pepsi als Schüsse und ein Schrei aus dem Vorraum zu hören war. Mein Freund lag sterbend im Verkaufsraum. Zombies, angelockt von den Schüssen stürmten den Supermarkt. Weitere Schüsse fielen. Mit der Pistole im Anschlag lag ich im Hinterzimmer und wartete darauf, dass der Mörder meines Freundes diesen Weg zur Flucht nahm. Doch es passierte nichts. Es blieb Still. War der Angreifer auch den Massen der Zombies zum Opfer gefallen? Schliesslich waren wir mitten in einer Stadt.
Plötzlich schlug eine untote Hand durch die Tür neben mir. Ein Zombie wankte durch den Lagerraum. Ich eröffnete das Feuer und plötzlich ergossen sich Massen von Zombies in den Supermarkt. Ich versuchte die Lage in den Griff zu kriegen, doch es waren einfach zuviele. Der Weg war versperrt und es war mir nicht möglich aus der Tür zu fliehen. Ein letzter Schlag traf mich und lies mich zu Boden gehen. Die Farbe verblasste langsam während sich mehr und mehr Zombies um mich sammelten. Welch ein schmachvolles Ende. Ich hatte einen Freund in dieser rauen Welt gefunden, doch diese bitter mit meinem Leben bezahlen müssen. War es vielleicht doch einfacher, wenn man alleine unterwegs ist? Oder waren wir einfach zu unvorsichtig als wir den Supermarkt leer räumten?
Ich schloss meine Augen. Es war vorbei. Der Schmerz verflüchtigte sich und ich fühlte mich erleichtert.

(Letztendlich hatte dieses kurze Abenteuer doch einen Erfolg zu vermelden. Ein Freund, der uns zuhörte, begeisterte sich auch für das Spiel.)

-Ende Kapitel II


grüße
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #4 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:19 Uhr »
Kapitel III, Hinterhalt in Stary Sobor

Mit einem tiefem Atemzug riss ich die Augen auf. Noch etwas benohmen stand ich erneut südlich der Häfen von Elektrozavodsk.
Langsam empfand ich diesen Platz als meine neue Heimat. Es war nicht mehr das kleine Häuschen mit Laube im Garten, doch es fühlte sich mir bekannt an.
Dieser Platz war für mich zum Neuanfang geworden. Zum Start in eine neue nicht mehr friedliche Welt.
Hinter mir das Rauschen des Meeres und vor mir die unwirklich anmutigen Häuser der Stadt. Der Steg erinnerte mich an bessere Zeiten. Mit Petr, meinen Nachbarn, war ich hier oft zum Angeln. Er war kein Mann großer Worte. Manchmal sagte er an einem Nachmittag während wir angelten nicht mehr als ein paar Sätze. Aber er war ein freundlicher Mensch. Er half meiner Familie und mir sehr uns hier zurecht zu finden.
In den letzten Tagen vor der Katastrophe hab ich ihn nicht mehr gesehen. Er fuhr mit seiner Familie, den Wagen vollbeladen Richtung Norden. Er sagte im Hafen von Berezino würden noch Fähren fahren und er kenne da jemanden, der ihm einen Platz besorgt hat. Er wolle nicht auf dieser verfluchten Insel sterben. Ich weiß nicht was aus ihm und seiner Familie geworden ist. Vielleicht hatten sie es geschafft und waren in Sicherheit, oder ich würde ihn auf den Beinen wankend und nach Fleisch dürsten in Berezino wiedersehen. Der Gedanke erschauderte mich.

Ich machte mich auf nach Elektrozavodsk. Wieder auf der Suche nach einer Grundausstattung. Ich wurde fündig. Eine M1911 mit etwas Munition, etwas Lebensmittel, etwas Zubehör.
Zeitgleich rüsteten sich zwei Freunde in Chernogorsk aus. Nachdem wir uns grundsätzlich versorgt hatten, wollten wir uns zwischen den Städten treffen. Am Pik Kozlova traffen wir uns. Es war gut vertraute Gesichter zu sehen.
Nach allem bisher Erlebten war ich gespannt darauf, wie sich die Situation entwickeln würde, wenn man sich den Gefahren in einer Gruppe stellen würde. Ich war mir nicht sicher, ob es die unwirkliche Welt schwerer oder leichter machen sollte. Doch nachdem ich jetzt überwiegend alleine unterwegs war, war ich froh wieder wirklich Lebende um mich herum zu haben.
Wir machten uns auf nach Norden. Mit einer anderen Gruppe wollten wir uns südlich von Mogilevka treffen. Diese Gruppe aus 2 erfahrenden Überlebenden erzählte uns viel über die Situation im Landesinneren. Welche Städte gefährlich waren, welche Städte reiche Beute brachten, welche Gebiete eher zu meiden waren. Ich war mir unsicher, ob man ihnen trauen konnte. Schliesslich kannten wir sie nicht. Aber das sie komplett ausgerüstet aus dem Norden Richtung Süden kamen um uns, nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, abzuholen sprach für Sie.

Es war schon Nacht als wir uns an einer Kreuzung südlich von Mogilevka trafen. Wir lagen etwas Absatz der Straße in Büschen als wir in der Ferne eine Taschenlampe aufleuchten sahen. Wir näherten uns ihnen vorsichtig. Schliesslich standen sie uns gegenüber. Ihre Sturmgewehre im Anschlag. Tarnfarbe im Gesicht. Militärkleidung. Diese Jungs waren schon länger unterwegs und man sah ihnen an durch welche Hölle sie durchgegangen waren. Trotzdem waren sie freundlich und nachdem sie etwas Essen von uns bekamen auch wieder bester Laune.
Sergeant Cabinol war ein Militärveteran, welcher sich schon seit Tagen durch Chernarus streife. Seine Ausrüstung war beeindruckend. Sturmgewehr, Nachtsichtgerät und vieles andere hatte er bei sich. Er alleine hätte es mit den Zombies in Elektrozavodsk aufnehmen können.
Der andere war ein etwas ruhigerer Scharfschütze. Abahachi, auch gut ausgerüstet, war er der ständige Begleiter von Sergeant Cabinol.

Unser nächstes Ziel sollte das Militärlager nördlich von Stary Sobor sein. Dort sollte es uns möglich sein uns mit Waffen zu versorgen.
Wir machten uns auf Richtung Norden. Ein Nachtsichtgerät und 2 Taschenlampen zeigten uns den Weg. Es war schwierig die Gruppe zusammen zu halten, doch es gelang uns nach einigen Schwierigkeiten. An einer Farm stoppten wir kurz. Durchsuchten die Scheune und füllten unsere Feldflaschen am Brunnen. Es wurde wieder heller.
So einen Gewaltmarsch hatte ich zuletzt vor Jahren während meiner Zeit beim Militär gemacht. 12 Kilometer mit Gepäck stellten damals keine Herausforderung da. Doch das jetzt war anders. Ein jener war sich darüber bewusst, dass wenn er zurück fallen würde, er die ganze Gruppe aufhalten würde. Mitten in der Wildniss eingehüllte in ein dunkles Schwarz welches nur durch die Sterne etwas erhellt wurde. Ab und zu blitzte eine Taschenlampe durch diese Dunkelheit, um alle wieder auf den richtigen Weg zu bringen.


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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #5 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:19 Uhr »
Nach einiger Zeit erreichten wir Stary Sobor. Unsere neuen Gefährten warnten uns vor den Gefahren. Diese Gegend schien verrufen zu sein. Reich an Beute, aber auch voller Risiken. Das Friss oder Stirb Verhalten wurde mir immer deutlicher. Es prägte den Umgang mit anderen Überlebenden. Lieber töte ich als getötet zu werden. Es gab kein falsch oder richtig mehr. Keine Gesetze. War dieses schon Anarchie oder die entgültige Verzweiflung einer einzigsten Gesellschaft der man durch Horden von Untoten einen Spiegel vor das Gesicht hält in dem das Böse lächelt?
Keiner war sich im Klaren darüber, wie es mit ihm weiter ging. Man lebte nur noch für diesen Moment, was der nächste Tag bringen würde, konnte niemand sagen. In einem Moment konntest du dich über gefundene Beute freuen, aber schon im nächsten Moment konnte dir eine Kugel durch den Kopf fliegen und alles was dich bis dahin ausgemacht hat, war verloren. Mir wurde meine Vergänglichkeit in dieser Welt schlagartig bewusst. Was hieß es eigentlich in dieser Welt zu überleben? Zeichnet es sich dadurch aus, dass man der bleibt der man vorher war? Oder verändert es dich, weil du überleben willst?

Wir erreichten das Lager von Osten. Das Lager war am Rande der Stadt. Etwas nördlich auf einer Hügelkette bezogen wir Stellung und beobachten die Situation. Das Militärlager war verlassen. Nur einige ehemalige Soldaten marschierten jetzt als Untote durch das Lager.
Zwei von uns blieben in den Büschen auf den Hügeln. Die anderen bewegten sich vorsichtig ins Lager. Wir sammelten uns in einem der Zelte und bildeten eine Feuerlinie. Einer von uns rannte quer durchs Lager und wieder zu uns in das Zelt. Was jetzt folgte war ein Ansturm von Zombies die sich dem Zelt näherten. Sobald sie einen Schritt in das Zelt machten, fielen Schüsse. Angelockt von den Schüssen folgten weitere Wellen von Zombies. Wir töten sie alle. Wir teilten uns auf und durchsuchten die Zelte. Wir fanden Waffen, Munition, diverse nützliche Sachen.
Kontakt! tönte es plötzlich. Einer unserer Scharfschützen hatte jemanden im Nordwesten von uns an einer Baumkette laufen sehen. Sofort gingen wir in Deckung und suchten den Horizont ab. Die Scharfschützen hielten sich Schuss bereit, doch die Gestalt verschwand zwischen den Bäumen. Scheinbar hatte man uns doch gesehen, doch alleine gegen eine voll bewaffnete Gruppe überlegt man sich zweimal. Wir warteten ab und setzen unsere Suche nach Sachen vor. Plötzlich hallten Schüsse über die Hügelkette. Einer unserer Scharfschützen war tödlich getroffen worden. Der andere Scharfschütze suchte Schutz in den Büschen doch konnte niemanden sehen. Irgendwo im Norden oder Westen von uns war ein Scharfschütze. Wir sammelten uns am Fuß des Hügels. Wir mussten unseren Scharfschützen da rausholen und von unserem gefallenen Freund zumindest die Waffe sichern. Er lag im Gras auf einem offenen Feld. Wir warteten etwas. Nichts passierte. 2 Rauchgranaten flogen zur Leiche und im Schutze des Qualms rückten wir vor. Auf einmal Schüsse. Viele Schüsse. Der Scharfschütze war nicht alleine. Wir sahen nicht von wo, doch mindestens 4 Leute nahmen uns aufs Korn. Ein weiterer von uns starb im Kugelhagel. Ein weiterer wurde schwer verwundet. Der Rest von uns floh die Hügelkette Richtung Süden aus dem Schussfeld in diverse Himmelsrichtungen. Wir hatten 2 verloren und nicht einen Angreifer gesehen.

Das war kein Überleben mehr gegen hirnlose Untote die getrieben von Hunger auf Fleisch durch die Straßen der Städte schlurfen. Das hier war Krieg. Nie mehr wollte ich nach meinem Ruhestand wieder in diese Situation kommen, doch jetzt war ich mitten drin. Ich hatte es mir nicht ausgesucht, doch war ich mitten drin. 2 meiner Freunde waren tot. Nicht gefressen von Zombies, sondern von Heckenschützen erschossen. Wut kam in mir auf. Die Gefahr ging nicht von den Zombies aus, die Gefahr waren militante Überlebene. Dieses war kein Kampf ums Überleben, das war Krieg ums Überleben. Es gibt da draußen keine Feunde, bis auf diejenigen mit dennen du gerade unterwegs bist. Genau so wie Andere für uns eine Gefahr darstellten, stellten wir eine Gefahr für andere dar. Wichtig war es auf der richtigen Seite der Waffe zu stehen die zuerst schiesst und das würden wir sein.

Nachdem der Rauch sich verzogen hatte und es lange Zeit ruhig war, sammelten wir uns wieder am Hügel. Während wir unseren angeschossenen Kameraden versorgten, hielten die anderen die Augen offen. Doch es blieb ruhig.
Wir gingen nochmal ins Militärlager um für unsere Gefallenden direkt neue Waffen zu finden, während eine Gruppe auf dem Hügel blieb und den Horizont absuchte, während einer von uns durch die nähere Umgebung durchstreifte. Das sollte uns nicht nochmal passieren.
Etwas versteckt im Wald fand unser Aufklärer ein Zelt. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Nachdem wir erst soviel verloren hatten, bot uns das Zelt beste militärische Ausrüstungen. In dem Zelt befand sich das M107, ein M16A2 M203, 1 Nachtsichtgerät, 3 GPS Geräte, 2 Camo Suits, diverse andere Ausrüstung. War dies der Grund für den harten Angriff? Wollte man uns von dem Lager fernhalten? Wir bedienten uns wie es uns beliebte. Wir waren uns einig. Wir waren Banditen. Jene angeblich geächtete Gattung von Überlebenen, die keine Rücksicht auf andere Überlebene macht. Die für Ausrüstung tötet. Die sich nimmt, was gegeben wird.
Keine Gnade mehr gegenüber anderen Überlebenen. Erst schiessen, dann fragen. Nimm dir was du tragen kannst. Doch veränderte uns das gegenüber jenen anderen heuchelten Überlebenden, die mit verachtetem Blick auf Banditen gucken?
Wir hatten Blut an den Händen doch im Gegensatz zu anderen machen wir daraus kein Geheimnis. Jeder hat in dieser rauen Welt Dreck am Stecken. Es gibt in dieser Welt kein Gut und Böse. Es gibt nur Überleben und Sterben.

Ich fühlte das Adrenalin durch meinen Körper pumpen. Ich fühlte mich stark. Mit dieser Ausrüstung und dieser Gruppe sollte das Überleben kein Problem mehr sein. Meine einstigen Zweifel, ob eine Gruppe ein Vorteil oder Nachteil ist, wandte sich eindeutig zum Vorteil. Auch wenn mir klar war, dass ich mich hier und da noch von der Gruppe absetzen werde, um meine eigenen Wege zu gehen.
Durch diese zwei Ereignise wurde unsere kleine Gruppe zusammen geschweißt. Wir waren uns einig, dass wir in Zukunft öfter zusammen los gehen werden. Ob wir eine Gefahr für andere Überlebene darstellen? Auf jeden Fall. Nach diesem Tag sollte der Kampf uns Überleben nicht nur ein Kampf gegen die Untoten für uns sein.


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Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #6 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:19 Uhr »
Kapitel III, Gefährliches Hinterland

Die nächsten Tage waren seltsam. Das Herumziehen in der Gruppe, das Wandern durch die Wildness, das Suchen von Nahrung wurde mehr und mehr zum Alltag. Komisch, wenn man in unserer Situation von Alltag spricht, aber wir nahmen die Situationen so an, wie sie kamen. Der Alltag war Überleben. Was blieb uns auch anderes übrig?
Ich war froh nicht nicht mehr allein zu sein. Die Gruppe brachte zwar auch mehr Arbeit, wir hatten mehr Leute zu versorgen und auszurüsten, aber letztendlich vermittelte sie das Gefühl von Sicherheit. Sicherheit war viel wert dieser Tage. Wir sammelten uns östlich von Stary Sobor doch nach unseren letzten Erlebnissen wollten diese Gegend erstmal meiden. Zu sehr uns noch der Verlust zwei unserer Freunde.

Unser nächstes Ziel sollte das Airfield im Nordosten sein. Ein kleiner Militärflughafen war dort angesiedelt. Wir hofften auf neue Munition und weitere Waffen für die Gruppe. Doch der Weg war lang und beschwerlich durch die nördlichen Berge und unsere Voräte gingen zur Neige.
Meine Füße schmerzten und langsam fühlte ich jeden spitzen Stein durch die Sohlen. Es kam mir vor als wären wir seit Tagen unterwegs.
Bei Sonnenuntergang erreichten wir die Ruinen von Devil's Castle. Doch außer Blechdosen und Zombies war dort nichts zu finden. Mit knurrenden Mägen und der Angst im Nacken, ob wir unsere Gruppe durch die Nacht kriegen würden, marschierten wir nach Gvodzdno. Jeder Schritt schmerzte. Wir wechselten uns ab mit dem schweren Gepäck und mit letzter Kraft schleppten wir uns in eine Scheune bei in Gvozdno. Meine Kehle brannte und meine Freunde und ich stürzten uns auf den Brunnen. Doch wir übersahen eine Gruppe von Zombies die Zwischen Brunnen und Dorf entlang lief. Ein Schuss fiel. Verwirrung brach aus und mehr und mehr Zombies brachen aus den Häusern und Straßen hervor. Wir zogen uns in die Scheune zurück und töteten einige Zombies. Mehr und mehr kamen auf uns zugeströmt. Bildeten eine Frontlinie aus 3 Mann zum Haupttor, jeweils einer an den Seitentüren und einer behielt die Hintertür im Auge. Ein leichtes Stöhnen war zu hören als mit einem Mal Horden von Zombies von allen Seiten in die Scheune brachen. Wir eröffneten das Feuer. Unsere gesamte Kampfkraft entlud sich auf den Zombies. Es muss Kilometer weit zu hören gewesen sein. So schnell wie der Ansturm anfing so schnell war er auch schon wieder vorbei. Einer unserer Freunde blutete nach einem Schlag, doch war schnell versorgt. Der Boden war gepflastert von toten Zombies(Wat? :huh: ). Bei jedem Schritt hörte man das Knacken von Knochen. Kein Meter war mehr frei begehbar. Wir versorgten uns mit Nahrung und füllten unsere Feldflaschen auf. Langsam wurde die Munition knapp, weshalb wir uns gestärkt weiter Richtung Airfield aufmachten.
Wir erreichten das Airfield von Westen. Ein kurzer Abstecher durch die Ausläufer von Krasnostav blieb ohne Ergebnis. Lediglich ein paar Zombies fielen uns zum Opfer.
Wir teilten uns in Teams auf. Ein Team machte sich daran die Hangars des Flughafen zu durchsuchen, ein Team schlachtete 2 Kühe auf der Wiese nördlich vom Rollfeld und 2 hielten die Augen offen und suchten den Horizont ab.
Nachdem das Fleisch aufgeteilt war und wir uns in den Flugturm vor den nach und nach wiederkehrenden Zombies geflüchtet hatten, machten wir ein Feuer im Flugturm. Es dämmerte und unsere Magen knurrten als wir gut gelaunt unser Fleisch grillten. Ein weiterer Tag war erfolgreich überstanden. Der lange Marsch lag uns noch in den Beinen, doch wir hatten neue Munition und viel Fleisch gefunden.

Ein Schuss, aus dem Nichts schoss eine Kugel durch das Glas des Flugturms. Noch während ich in Deckung sprang traf mich ein Schuss in der Schulter. Mit schmerzverzehrtem Gesicht, auf meinen Ärmel beißend warf ich mich zu Boden. Ich drückte meine Gesicht an den Boden. Ich sah meine Kameraden vorsichtig den Horizont absuchen, doch immer wenn sie die Köpfe hebten, schossen Kugeln durch den Raum. Auf dem Hügel im Nordwesten hatte uns ein Scharfschütze aufs Korn genohmen. Meine Sicht wurde schwammig und der Boden unter mir füllte sich mit Blut. Ich verlor mein Bewusstsein.

Röchelnd und Blut spuckend wurde ich ins Leben zurück gerissen. Meine Augen brannten. Meine Freunde standen um mich herum, während einer mich versorgte. Ich hatte viel Blut verloren, eine Transfusion war die letzte Möglichkeit mich zu retten. Wir verweilten noch etwas auf dem Flughafen, doch sobald ich wieder laufen konnten macht wir uns auf in den Wald westlich des Flughafens. Dort am See füllten wir unsere Flaschen auf und schlugen unser Lager für die Nacht auf. Der Tag der gut begonnen hatte, wäre fast mein letzter gewesen. Wiedereinmal wurde mir bewusst, wie vergänglich man selbst ist in dieser Welt. Aber es ist ja nochmal gut gegangen.

Kapitel III, Der abgestürzte Helikopter

Obwohl ich am Vortag knapp mit dem Leben davon gekommen war, verheilten meine Wunden ungewöhnlich gut.
Nach wenigen Stunden konnte ich wieder mit den anderen mithalten. Wir entschlossen unsere große Gruppe in zwei kleine Gruppen zu teilen.
Eine Gruppe machte sich wieder auf in Richtung Westen um die Gegend um Stary Sobor und Vybor zu erkunden. Dieser Gruppe schloss ich mich an, weil ich von abgestürzten Helikoptern des britischen Militärs in dieser Gegend gehört hatte. Es hieß diese Helikopter wären schwer bewaffnet und viel Brauchbares wäre zu finden. Es beunruhigte mich was es damit auf sich hatte. Hätte man nicht lieber große Transporthubschrauber auf die Insel schicken sollen um möglichst viele Überlebene zu retten? Warum schickte man schwer bewaffnete, angeblich gut ausgerüstete britische Elitetruppen über den Luftweg auf die Insel und was war passiert, dass diese Hubschrauber abstürzten? Diese Gedanken durchfraßen mein Gehirn, doch die Verlockung nach den Waffen und der Ausrüstungen der britischen Paratrooper rückte den Gedanken mehr und mehr in den Hintergrund.

Ein neuer Überlebender schloss sich der Gruppe an. Er war ein eiskalter Hund. Ein ehemaliger Militär. Ein Veteran und Knochenschinder ohne Grenzen. Er diente schon auf vielen Schlachtfeldern in Karkand und war einiger der wenigen Überlebenen der "Operation Metro", die vor einigen Jahren die Titelblätter der großen Zeitungen über Tage mit Schlagzeilen versorgten. Ein Antiterror Akt entwickelte sich für einen kurzen Moment in einen urbanen Krieg um eine Ubahn Station. Das ist zumindest das, was an die Bevölkerung nach aussen drang. Das meiste wurde geschickt von der Regierung vertuscht. Aber derartige Ereignisse waren zu Schall und Rauch geworden. Viel wichtiger war der Moment jetzt. Jeden Tag einfach weiter machen und überleben.
War der Neue vielleicht einer der britischen Paratrooper, die überlebt hatten? Seinen richtigen Namen veriet er uns nicht. Er meinte in dieser Welt wäre kein Platz für Namen. Wir sollen in einfach nur "Pathfinder" nennen.
Keine Ahnung ob er diesen Namen als Erinnerung an eine bessere Kindheit wählte oder weil ihm die Lustigen Taschenbücher so gut gefielen, jedenfalls machte er seinem Namen alle Ehre. Es sollte nicht lange dauern bis er sich bewies.

Unsere Gruppe aus 4 Leuten suchte die Gegend nach abgestürzten Helikoptern ab und wurde nordwestlich von Stary Sobor fündig. Während zwei Deckung gaben, durchsuchten zwei andere den Helikopter doch als wir uns dem Helikopter näherten machte einer unserer Scharfschützen eine Bewegung auf dem Hügel im Norden vor uns aus. Wir warfen uns auf den Boden und durchsuchten den Horizont. Ein Schatten rannte von einer Scheune Richtung Heuballen. Wir lagen in Deckung und versuchten ihn im Auge zu behalten, doch das war schwerer als gedacht. Er verschwand hinter einem Hügel und wir waren uns nicht sicher, ob er vor uns floh oder nur eine bessere Position suchte. Pathfinder konnte seine Fährte aufnehmen und behielt ihn im Auge während die anderen unter größter Vorsicht den abgestürzten Helikopter durchsuchten. Nachdem wir dies getan hatten, folgten wir ihm Richtung Westen.
Ein Schuss war zu hören und als wir uns Pathfinder näherten sahen wir am Horizont einen anderen Überlebenen in Ghile Suit liegen. Er hatte nichts wertvolles bei sich. Doch Pathfinder hatte ihn verfolgt und zur Strecke gebracht.

Mit der Gruppe zogen wir durch die Wildniss. Wir fanden mehrere Zeltlager auf unserem Weg, doch diese waren unbewohnt und bis auf wenige Zelte leerstehend. Andere Überlebende liefen uns nicht über den Weg.

Es dämmerte als wir uns einer Farm südlich von Dubrovka. Als wir die Farm großzügig umgingen, um die Aufmerksamkeit der Zombies nicht zu erhalten, hörten wir einen Schuss. Keiner von uns hatte den Schuss abgegeben, also musste ein anderer Überlebender in der Farm sein.
Durch die Bäume spähend, näherten wir uns vorsichtig der Farm, bis wir zwischen den Bäumen in das Farmgebäude schauen konnten. Dort kämpfte ein Überlebener gerade mit ein paar Zombies und streckte die zu Boden. Unsere Mägen knurrten. Ich setzte mich auf die Knie und legte an, Pathfinder lag auch an während uns Bax Deckung gab. 2 Schüsse trafen den Überlebenden in der Scheune tödlich. Er sank zu Boden. Angelockt von den Schüssen strömten ein paar Zombies in unsere Richtung, die wir aber schnell mit unseren Pistolen niederstreckten. Wir nehmen das Hab und Gut des Getöteten und machten uns auf weiter Richtung Westen. Jetzt waren wir versorgt mit allem was wir brauchten, am nächsten Tag wollten wir auf die Jagd gehen. Nicht auf Zombies, sondern auf andere Überlebene. Es war an der Zeit unsere wertvollen Resourcen zu verteidigen.


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Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #7 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:20 Uhr »
Kapitel III, Dicke Luft in Berezino

Der Tag began mit einer Planänderung. Obwohl wir ursprünglich vor hatten die Gegend um Stary Sobor unsicher zu machen, entschlossen wir uns nach Osten zu gehen. Die Stadt Berezino an der Ostküste war ein verlockendes Ziel. Auch wenn es mich davor graute doch den unmöglichen Fall zu erleben, dass mir mein Nachbar Petr in seiner verunmenschlichten Form vor mir steht.
Der Weg durch die Berge war beschwerlich, doch wir wurden immer besser und schneller im Konvoi größere Strecken zurück zu legen.
Ein Knattern war in der Ferne zu hören und wurde immer lauter. Wir duckten uns unter Bäume am Berghang nördlich von Khelm. Das Knattern kam näher und war definitiv ein Motorrad. Wir hielten die Augen in alle Richtungen auf. Ein Motorrad wäre eine super Ergänzung zu unserer Ausrüstung. Etwas nördlich von uns sahen wir das Motorrad den Hang herunter fahren, Richtung Nordwesten, sein vermeidliches Ziel war wohl der Flughafen an dem ich vor einigen Tagen böse verwundet wurde. Ein Schauder ging durch mich, aber in dem Moment rannten meine Kameraden schon dem Geräusch nach. Wir teilten uns auf und folgten dem Motorrad im Unterholz. Etwas östlich des Flughafens nahmen wir Stellung auf dem Berg ein und überblickten den Flughafen. Der Motorradfahrer war verschwunden. Wir warteten einige Zeit doch das Motorrad und sein Fahrer tauchten nicht mehr auf. Wir hatten ihn verloren. Glück gehabt.
Etwas frustriert machten wir uns auf den Rückweg und gingen von Norden nach Berezino. Wir erreichten die Industrieanlagen und die ersten Zombies waren zu sehen. Vorsichtig schlichen wir zwischen den Hallen entlang als wir plötzlich entdeckt wurden. Wir rannten zurück hinter die äußere Halle und töteten die anstürmenden Zombies. Der Weg war jetzt frei und wir bewegten uns weiter Richtung Hafen. Shilorius entdeckte ein Quad, welches etwas Abseits hinter einem Häuschen versteckt war. Wir inspizierten das Quad doch waren uns nicht sicher. Es sah uns nicht geheuer aus, weshalb wir weiter gingen. Plötzlich erregten wir erneut die Aufmerksamkeit von Zombies. Schüsse fielen und mehr und mehr Zombies wurden von allen Richtungen der Industrieanlage angelockt. Wir verteilten uns und rannten in verschieden Richtungen. Wir wollten uns in einer Halle am Hafen treffen. Gubefax erreichte die Halle als erster, gefolgt von mir. Die Zombies kamen auf uns zu und wir eröffneten das Feuer. Shilorius war nicht bei uns. Er war zurück gerannt und wollte mit dem Quad zu uns fahren. Er fuhr auf der Straße entlang als wir auf einmal eine laute Explosion hörten. Ein Schrei hallte aus der Ferne. Wir wussten nicht was passiert war, aber es war Shilorius. Schnell aber vorsichtig liefen wir in seine Richtung. Wir sahen ihn noch aus der Ferne, er schleppte sich mit seinem brennenden Ghilie Suit vom brennenden Quad weg, welches auf der Seite, rauchend auf der Straße lag. Zombies witterten ihn und wir eröffneten das Feuer. Mehrere Zombies attackierten uns, doch wir kamen zu spät. Shilorius starb vor unseren Augen an seinen Verbrennungen. Wir waren zu spät.
Wir hatten kaum Zeit sein Hab und Gut zu sichern, mehr und mehr Zombies kamen in der Dämmerung auf die Straßen und so nahmen wir was wir tragen konnten von ihm und verließen den Ort so schnell es ging.

Fahrzeuge schienen sowohl Segen als auch Fluch zu sein. Ein funktionierenden Fahrzeug kann eine große Hilfe sein, doch sie Stellen ein hohes Risiko dar und vorallem brauchen sie immer wieder und wieder Ersatzteile. Zwar waren wir zu Fuß gut unterwegs und das Quad lies mich zweifeln, ob es das Risiko wert war.

Unser nächstes Ziel war die Mühle in Berezino. Die Schule war unser nächstes Ziel doch sie war mit Stacheldraht abgesperrt. Zum Glück hatten wir einen Werkzeugkoffer dabei und konnten uns den Weg frei machen, allerdings fanden wir nichts brauchbares in der Schule.
Wir schlugen hier unser Nachtlager auf. Der Tag war lang genug und wir hatten den Tod von Shilorius zu verdauen.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit Kopfschmerzen. Ich hatte schlecht geschlafen auf dem Steinboden in der Schule. Gubelfax war schon aufgebrochen, weshalb ich beschloss alleine den Süden der Stadt zu erkunden. Es fühlte sich nicht gut an nach Tagen in der Gruppe wieder alleine unterwegs zu sein. Mir war etwas schwindelig und die die einstige Stärke, die ich in der Gruppe fühlte, fehlte mir. Trotzdem versuchte ich mein Glück nochmal in der Schule. Ich fand ein paar brauchbare Sachen, doch der erhoffte große Wurf blieb aus.
Im Osten sah ich Schienen und erkannte 2 offene Häuser im Osten. Ich kroch durch die Reihen der Zombies und langsam aber sicher kam ich den Häusern näher. Ich bog um eine Ecke eines Schuppens als ein Stöhnen mich aufschreckte. Eine knochige Hand traf mein Gesicht und Blut spritze aus meiner Nase. Ein Zombie hatte sich in dem Schuppen versteckt und mich kalt erwischt. Ich öffnete das Feuer. Dumm von mir. Es lockte mehr und mehr Zombies und während ich schwächer und schwächer wurde versuchte ich die Zombiemeute los zu werden. Nachdem ich einige erschossen und vor anderen wegelaufen war. Konnte ich mich endlich verbinden. Ich war schwer angeschlagen und zu meinem Entsetzen, bemerkte ich, dass es die vorletzte Bandage war.
Mein nächstes Ziel war also das Krankenhaus.

Ich lief über das Feld auf dem mir eine Kuh begegnete. Dies sorgte für einen kurzen Stop. Ich tötete die Kuh, schnitt das Fleisch von den Rippen und versteckte mich im Wald südlich von Berezino. Ein Kleiner See unter den Schienen ermöglichte es mir, meine Feldflaschen wieder aufzufüllen. Im Wald grillte ich das Fleisch und löschte das Feuer so schnell wie möglich. Während ich eine ganze Kuh aß, um wieder zu Kräften zu kommen, überlegte ich mir einen Weg ins Krankenhaus von Berezino. Mein Plan war von Osten über die Felder zu kommen und in der Stadt die Hauptstraße zu überqueren und mich von gegenüber des Krankenhauses zu nähern. Ein guter Plan wie mir schien. Ich rannte los und war schnell an der Stadtgrenze von Berezino. Ich kroch zwischen Gräsern, Gärten und Häusern langsam vorwärts. Ein Brunnen ermöglichte es mir meine Flasche zu füllen. Ich konnte das Krankenhaus schon sehen und war nur noch eine Straße entfernt, als immer mehr Zombies die Straßen fluteten. Viele Zombies in Ärztekitteln waren vorm Krankenhaus. Geduldig wartete ich auf meine Chance die Straße zu überqueren. Es dauerte Stunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen (In Wirklichkeit lag ich da bestimmt über 20 Minuten.).
Als ich eine Möglichkeit erahnte rannte ich geduckt los. Einen Meter vor dem Krankenhaus schoss ich die Scheibe ein, sofort drehten sich die Zombies in meine Richtung und stürmten auf mich zu. Mit einem Sprung war ich im Krankenhaus und saß mit der Waffe im Anschlag in einer Ecke, den Ansturm abwartet doch er blieb aus. Durch die Wand hatten sie mich wohl verloren. Ich öffnete die Versorgungskisten und fand alles vor, was ich brauchte. Neue Bandagen, Transfusionen und Morphin. Ich stopfte mir meine Taschen voll und machte mich auf. Ich wollte so schnell es geht aus der Stadt raus. Am Stadtrand wollten sich Gubelfax und Pathfinder mit mir treffen.


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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #8 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:20 Uhr »
Im Südosten an einer Farm schlug ich mein Lager auf und wartete auf meine Kameraden. Mir fielen fast die Augen zu als plötzlich eine Gestalt auf mich zu kam. Ein anderer Überlebener! Hatte er mich im hohen Gras hinter dem Gerümpel gesehen? Er war bewaffnet und kam auf mich zu. Ich eröffnete das Feuer und verwundete ihn schwer. Er drehte sich und lief durch eine Lücke im Zaun. Ich stand auf und rannte ihm hinterher als plötzlich mehrere Zombies mir den Weg versperrten und ihre geifendern Kiefer nach mir schnappten. Ich schoss dem fliehenden Überleben noch zweimal hinther, als ich los rannte um die Zombies los zu werden. Der andere Überlebende verschwand aufeinmal und war wie vorm Erdboden verschluckt. (Ausgelogt X( !)
Etwas abseits der Farm hinter einem Heuballen entledigte ich mich der Zombies. Gubelfax und Pathfinder schlossen zu mir auf. Gubelfax machte sich auf Richtung Osten. Während Pathfinder dringend etwas zu Essen brauchte. Wir hatten Glück und fanden eine weitere Kuh, die wir an meiner alten Stelle zubereiteten. Wir beschlossen das Militärlager im Nordwesten der Stadt aufzusuchen, um uns wieder mit Munition zu versorgen. Wir wurden fündig und versuchten soviel wie Möglich mitzunehmen während Gubelfax den Supermarkt und die Schule erneut leer räumte. Die Selbstbedienung an den verlorenen Gütern ehemaliger Bewohner wurde mehr und mehr zum Standard. Gewissensbisse hatte ich keine mehr. Zu wichtig waren die Sachen zum Überleben.
Unser Lager für die Nacht war südlich von Berezino. Ich fühlte mich sicher wieder mit Pathfinder und Gubelfax unterwegs zu sein.

Der nächste Tag begann früh für uns. Mit dem Sonnenaufgang wurden wir geweckt. Baxtor war die ganze Nacht durchgelaufen, um zu uns zu kommen. Er kam aus Elektrozavodsk, konnte mir aber nicht sagen wie es um meine einstige Heimat stand.
Zu Dritt wollten wir erneut ins Militärlager. Dort angekommen entledigeten wir uns einigen Zombies und fanden gute Sachen im Lager.
Kontakt! Pathfinder hatte am Rand der Stadt in einem Blockhaus einen anderen Überlebenen ausgemacht. Wir robbten vorsichtig auf den Hügel nördlich um ein besseres Schussfeld zu haben, doch wir waren Umring von Zombies. Ein Schuss würde sie aufschrecken und direkt zu uns locken. Der andere Überlebene war noch ein gutes Stück entfernt und war zu sehr damit beschäftigt die Häuser zu durchsuchen. Wir verteilten uns auf dem Hügel. Pathfinder in der Mitte, flankiert von Bax und mir. Unser Plan war, dass Pathfinder mit seinem Scharfschützengewehr das Feuer eröffnet und wir mit unseren Sturmgewehren die Zombies abwehrten. Ein Schuss hallte über das Militärcamp, doch verfehlte das Ziel. Während wir die ankommenden Zombies abwehrten, schoss Pathfinder weiter. Doch die Zombies wurden mehr und mehr, dass wir uns letztendlich zurück ziehen mussten. Wir konnten nicht ausmachen, ob wir den anderen Überlebenen getötet hatten. Diesmal hatten wir wohl kein Glück.

Kapitel III, Ein unerwartetes Ende

Nachdem wir die letzten Tage in Berezino verbracht hatten und uns dort die Beute ausging und wir auch nicht auf viele andere Überlebende stießen, die wir ausrauben konnten, beschlossen wir wieder Richtung Westen zu gehen. Gubelfax wollte noch in Berezino bleiben, weshalb Pathfinder und ich uns allein aufmachten Richtung Westen.

Wir erreichten Stary Sobor. Das Militärlager war unser Ziel. Eine andere Gruppe von uns war schon in Stary Sobor und näherte sich von Norden während wir von Südwesten kamen. Vorsichtig kesselten wir Stary Sobor ein und erreichten Beobachtungsposten rund um das Camp ein. Jeweils Teams von Spotter und Sniper näherten sich dem Lager.
Ich robbte vorsichtig über den Hügel im Nordosten und konnte das Lager sehen. Um eine bessere Position zu erreichen kroch ich durch hohes Gras.
Aus dem Nichts traf mich eine Kugel. Ich hörte nichts und bekam nichts mit. Mein Körper zuckte einmal und ich fühlte mich erleichtert und schloss die Augen während ich unter einem Dröhnen Pathfinder brüllten hörte, dass ein Scharfschütze an der Lagerhalle im Osten saß.

-Ende Kapitel III-

Nachwort zu Kapitel III:

Das war ein überraschender Tod. Zwar wusste ich über die Gefahren in Stary Sobor, doch kam der Tod echt unerwartet.
Meine Leuten versuchten den Scharfschützen noch zu erwischen, doch es war echt schwer ihn auszumachen. Pathfinder starb auch noch von einer Kugel getroffen. Wir hatten keine Sicht mehr zum Scharfschützen, weshalb sich die anderen zurück zogen. Auch wenn der Tod ärgerlich war, der Schuss der mich tötete war eine Meisterleistung. Locker über 700 Meter.
Der Charakter war 6 Tage alt, komplett ausgerüstet. Knapp über 200 Zombiekills mit etwa 100 Headshots. Lediglich ein Murder Count blieb mir verwehrt. Die tödlichen Treffer waren immer von anderen.
Dafür, dass ich noch nicht solange das Spiel spiele, war ich mit meinen 6 Tagen echt sehr zufrieden. Es hat Spass gemacht und ich freue mich aufs Neuausrüsten.

Alleine, gerade mit dem Nötigsten die Hauptstädte unsicher machen, macht doch auch sehr viel Spass. Vorallem kann man sich wieder über die kleinen Endeckungen freuen. :love:


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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #9 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:21 Uhr »
Kapitel IV, Intermezzo in Chernogorsk

Mein Schädel dröhnte als ich die Augen öffnete. Irgendwas schreckliches war passiert. In meinem Kopf liefen Bilder, wie in einer Diashow von Überlebenen in Tarnkleidung, brennenden Quads, Zeltstädten in der Wildniss und Leichen von anderen Überlebenden ab. Doch diese Erinnerungen schwanden mehr und mehr und alles kam mir vor wie in einem anderen vorherigen Leben.

Ich befand mich nordwestlich von Chernogorsk. Die ehemalige Hauptstadt der Insel. Vor mir erstreckte sich das große Industriegebiet und in der Ferne ragten die Hochhäuser in den Himmel. Seit der Kastratrophe war ich noch nicht in Chernogorsk. Die Großstadt war schon vorher nicht zu meins. Zuviel Industrie zu dicht an der Stadt prägte das Bild dieser Metropole.
Mein erster Weg führte mich auf eine verlassene Baustelle. Vorsichtig schaute ich mich nach nützlichen Sachen um, doch bis auf Müll und einer Axt fand ich nichts. Lediglich ein Zombie kreuzte meinen Weg, doch den konnte ich auf der Baustelle einfach abhängen.

Ich schlich zwischen den Industrieanlagen. In einem Schrankenhäuschen fand ich einen Colt und etwas Muntion und etwas zu trinken.
Mein nächster Weg führte mich ins Militärhospital im Zentrum der Stadt. Ich hatte in den letzten Fernsehübertragen des regionalen davon gehört. Für viele Überlebene in Chernogorsk war dies der Zufluchtspunkt, doch die Übertragung brach unterwartet ab. Mehr weiß ich nicht.
Ich erreichte das Lager und durchsuchte die Zelte. Leider fand ich keine Waffen doch konnte mich mit vielen medizinischen Gütern versorgen. Um eine Waffe zu finden lief ich in die Feuerwache. Leider zog ich die Aufmerksamkeit eines Zombies auf mich und rannte los Richtung Feuerwache. Ich rannte in die große Flügeltür hinein, als ich Stacheldraht sah, aus dem Augenwinkel erkannte ich einen anderen Überlebenen der mit seiner Makarov direkt das Feuer auf mich eröffnete. Sofort schoss ich zurück. Wir gingen beide zu Boden. Ich fühlte mich wieder erleichtert und Schoss die Augen.

-Ende Kapitel IV-

Kapitel V, Töten für eine Uhr, Hinterhalt in Stary Sobor, ein Fahrzeug

Die Vögel zwitscherten und zogen ihre Kreise. Der Himmel erstrahlte in einem hellem blau und kleine Wolken zogen gen Osten.
Die Wellen des Meeres schlugen in ihrer Regelmässigkeit gegen den Sand der Küste. Es war alles so schön.
Kaum jemand hätte vor wenigen Wochen gedacht, dass das Ganze derartige Ausmaße annimmt.

Meine Schritten führten mich wieder nach Chernogorsk. Ein unbehagliches Gefühl machte sich in mir breit. Wie in einem schlechten Traum, dazu verdammt viele Wiederholungen über mich ergehen zu lassen. Alles immer wieder und wieder zu erleben. Ich hatte davon gelesen. War ich der moderne Sisyphos? War dies eine Strafe? Alles was ich tat. Dieser Strand. Der Weg in Richtung, der sich vor mir auftürmten Häuser von Chernogorsk. Alles kam mir so bekannt und mittlerweile so vertraut vor.

Sicheren Schrittes lief ich in die äußeren Gassen von Chernogorsk. Obwohl ich selten in Chernogorsk war fühlte ich mich hier sicher und kannte mittlerweile die Stadt. Mein erster Weg führte mich in ein verlassenes Wohnhaus. Stühle und Tische lagen herum. Überall war Müll. Es stank ekelhaft.
Ich nahm noch einmal tief Luft und machte mich daran den Müll nach brauchbaren Gegenständen zu durchsuchen. Zwischen leeren Blechdosen fand ich eine M1911 und 2 Magazine. Ein zufriedenes Lächeln huschte über mein sonst angespanntes Gesicht.

Zielsicher lief ich den Supermarkt an und deckte mich mit Lebensmitteln und etwas Zubehör ein. Auch Camo-Kleidung fand ich. Ein olivegrünes T-Shirt und eine Hose in Camouflage. Sowas hatte ich seit meiner Militärzeit nicht mehr an. Mein nächstes Ziel war die Feuerwache. Ich rannte los. Als ich gerade um die Ecke der Mauer auf das Gelände der Feuerwache laufen wollte, sah ich einen anderen Überlebenen, der ebenfalls Richtung Feuerwache lief. Ich rannte direkt wieder hinter die Mauer. Hatte er mich gesehen? War er bewaffnete? Konnte ich mir das lästige Sammeln von Ausrüstung sparen in dem ich den Armen töte und plündere?
Ein kalter Schauer lief über meinen Rücken. Ich erschrak vor mir selbst. Mit welcher Selbstverständlichkeit ich plante diesen Mann zu ermorden. Was hätte meine Frau dazu gesagt? Was würde meine Tochter denken? Ich, als Vorbild. Der einstige liebevolle Vater war zum Killer geworden.
Diese Welt hatte mich verändert oder redete ich mir das ein um mich zu rechtfertigen?
Ich war abgestumpft und gefühlskalt. Jegliche Emotion, jegliches Vertrauen, jegliches Mitgefühl war nicht mehr vorhanden.
Das Einzige was mich noch von den Untoten unterschied war meine Loyalität gegenüber meiner Gruppe. Ich war nicht mehr der selbe, doch wollte ich wirklich der sein, der ich jetzt bin? Rechtfertigt meine Situation diese Taten?

Meine Gedanken wurden unterbrochen. Ein Schuss war zu hören. Wer hatte geschossen? Ich presste mich gegen die Mauer. Die Schüsse kamen von der Feuerwache. Ich rannte um die Mauer auf die andere Seite. Dort war Lücke durch die ich spähen konnte.
Unaufmerksam entdeckte mich ein Zombie und mit ausgestreckten Armen lief er auf mich zu. Verdammt! Ich konnte mich nicht an den anderen Überlebenen anschleichen wenn mich ein Zombie angriff. Ich musste ihn los werden. Ohne Lärm. Ich rannte los und zog direkt noch mehr Aufmerksamkeit auf mich. Ein kleiner Trupp von Zombies folgte mir. Ich sprintete in den Supermarkt und sah wie ihre verdörten Körper mir durch die Kassengänge folgten. Mein Plan ging auf. Ich konnte durch den Hintereingang hinaus laufen und sie verloren, abgelenkt durch die neusten Schnäppchenangebote und die reduzierte Kirschhirse Marmelade, meine Spur.
Ich schlich wieder Richtung Feuerwehrstation. Mit meiner M1911 im Anschlag. War der andere Überlebene noch hier? Vorsichtig näherte ich mich der Rückseite der Mauer. Ein Rascheln schreckte mich auf. Ich sah den Anderen durch eine Lücke im unteren Bereich der Mauer kriechen. Er wollte wohl zum Supermarkt. Das war die Gelegenheit. Ohne mit der Wimper zu zucken drückte ich auf den Abzug. Gezielte Kugeln trafen den Kopf des dort Kriechenden und durchschlugen Diesen. Sein Gehirn spritze gegen die Mauer und in das hohe Gras. Ich wartete ab. Hatte jemand anderes die Schüsse gehört? Ich lag versteckt im Gras und wartete. Nach einiger Zeit, nichts passierte, ging ich zu seiner Leiche und durchsuchte ihn. Er hatte einiges dabei. Ich hatte Zeit gespart.
Obwohl ich mir sicher war, dass er sie schon leer geräumt hatte, lief ich in die Feuerwehrstation. Ich hatte recht. Es war nichts brauchbares mehr vorhanden. Mein letztes Ziel bevor ich mich wieder in den Norden aufmachen wollte und mich mit meinen Kameraden zu treffen war das Militärkrankenhaus.
Vielleicht hatte ich da Glück und finde eine Waffe. Ich umging einige Zombies auf dem Weg. In einem kleinen Zelt neben den großen Lazarettzelten fand ich eine AK74 Kobra. Im Lazarett konnte ich mich eindecken mit medizinischen Gütern. Die Taschen vollgestopft mit Sachen für mich und meine Gruppe. Es war an der Zeit mich den anderen anzuschließen.

Ich lief in den Norden. Viele Kilometer lang, kaum Pausen. Auf einem Jagdstand fand ich eine M16A2.
Endlich erreichte ich den Wald der als Treffpunkt ausgemacht worden war. Doch was war das? Aus dem Augenwinkel sah ich etwas auf dem Feld im Westen. Ich näherte mich vorsichtig. Beim Näher kommen konnte ich aufzüngelnde Flammen erkennen. Es war das Wrack eines Helikopters der auf dem Feld nahe des Waldes abgestürzt war. Es handelte sich wohl um einen der abgestürzten britischen Helikopter. Ich erreichte den Waldrand und warf mich hin. Im Schatten eines Baumes durchsuchte ich den Horizont durch mein Fernglas. Zu nah war die Chance auf tolle Waffen, doch so nah wie diese war auch die Gefahr. Ich wartete einige Minuten und es passierte nichts. Ich wagte mich aus meinem Versteck und ging direkt auf den Helikopter zu. Bei näherem Betrachten fiel einem auf, dass die Hülle des Helikopters nicht sehr viel abgekommen hatte, allerdings der Rotor und die Aufhängungen der Waffen stark beschädigt waren. Wie ist der Helikopter abgestürzt? Im Hohen Gras fand ich dann einige Güter, die wohl der Crew gehörten. Die gewünschte Großkalibrige Waffe blieb aber aus. Mir blieb mein Sturmgewehr.
Nördlich von Stary Sobor trafen auf die anderen. Sie lagen schon einige Zeit auf der Lauer, um andere Überlebene am Militärlager nördlich der Stadt zu überfallen. Ich schloss mich ihnen an. Doch es passierte nichts. Wir beschlossen es später nochmal zu versuchen. Zu gern hätte ich meine neue Waffe ausprobiert.

Etwas später starteten wir einen neuen Versuch. Von Nordwesten näherten wir uns Stary Sobor. Immer auf der Hut, der Gefahr bewusst, schlichen wir uns langsam über die Hügelkette. Zwischen den Büschen entdeckten wir ein Zelt. Doch es war mit nichts gefüllt, was wir hätten gebrauchen können.
Wir schlichen weiter Richtung Militärlager und begaben uns auf Position. Den Horizont absuchend, immer mit einem Auge auf das Lager und die Stellungen unserer Freunde. Es passierte nichts.


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Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #10 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:21 Uhr »
Wir beschlossen das Lager selbst unter die Lupe zu nehmen. Während Baxtor aus dem Wald den Blick auf die Lagerhalle gerichtet hatte, nahm ich Position auf dem Hügel ein und behielt das Lager um Lexta im Auge, welcher sich aufmachte das Lager zu durchsuchen. Als er gerade den Zaun an der Grenze des Lagers erreicht hatte, sahen wir einen Scharfschützen im Südosten der auf uns angelegt hatte. Er verfehlte und zu unserem Glück hatte er die Aufmerksamkeit von einem Zombie auf sich gezogen und rannte parallel zu uns vor diesem weg. Wir eröffneten das Feuer. Er warf sich ins Gras doch es war zu spät. Eine Kugel aus einer meiner Salven traf ihn tödlich. Während Baxtor auf dem Hügel die Gegend sicherte, machte sich Lexta ins Lager, während ich den Scharfschützen untersuchte. Er hatte eine DMR dabei, die ich an mich nahm. Baxtor nahm seine G17.
Lexta hatte in der Zeit angefangen das Lager zu durchsuchen. Ich begab mich wieder auf Position und gab ihm Deckung.
Durch meine Ansagen wusste er genau wo Zombies waren und er konnte sie mit seiner schallgedämpften Pistole niederstrecken. Außer Munition fand er aber nichts.
Ein Schuss fiel. Keiner von uns hatte ihn abgeben. Ausgerechnet jetzt wo wir gerade in einer verwundbaren Position waren. Lexta versteckte sich in einem Zelt, Baxtor reagierte nicht. Wir bleiben in Deckung liegen und warteten ab.
Lexta sah jemanden auf dem Hügel, die Waffe zu ihm gerichtet. Das war neben meiner Position. Ich bewegte mich vorsichtig aus dem Busch sah jemanden auf dem Hügel stehend Richtung Lager zielend. Ohne zu Zögern um Lexta zu schützen schoss ich ihm den Kopf. Mit einem Schrei ging Baxtor zu Boden. Was war passiert? Wir wussten seine Position nicht und dachten er wäre der andere Überlebene. Verdammt. Auf dem Hügel war Baxtor. Ich hatte einen meiner Freunde auf dem Gewissen. So leid es mir auch tat, es blieb keine Zeit für Trauer. Der andere Überlebene war noch irgendwo dort. Er musste den Schuss gehört haben und hielt sich irgendwo versteckt. Aus meiner Position hatte ich eine gute Übersicht über die Lage, doch er tauchte nicht auf. Auf einmal lief er zwischen den Mauern lang. Mein Schuss verfehlte seinen Kopf knapp. Er warf sich hinter die Mauer und war nicht mehr im Sichtfeld. Ich wartete. Lexta robbte sich in eine Posiition in der er freies Schussfeld hatte, doch der Überlebene blieb vom Erdboden verschluckt. Welch ein Fehlschlag.
Wir behielten das Lager noch etwas im Blick doch beschlossen wir uns zurück zu ziehen. Wir kehrten Stary Sobor den Rücken und verließen die Stadt Richtung Nordwesten. Als wir durch die Büsche schlichen tauchte vor uns wieder das Zelt auf und an diesem Zelt stand der andere Überlebene. Noch bevor Lexta reagieren konnte verpasste ich ihm eine Kugel in den Kopf. Der Tod von Baxtor fiel mir von den Schultern. Ich dachte schon er wäre uns entkommen, doch seine Gier einen kurzen Blick in das Zelt zu werfen, kostete ihm das Leben. Dieser Abschuss war teuer erkauft.

Die Sonne schien noch als wir uns erneut Richtung Stary Sobor aufmachten. Wir versammelten uns im Wald nördlich der Stadt.
Ein neuer Spieler hatte sich uns vorrübergehend angeschlossen. Er hieß Sandmo. Mo war auch schon einige Zeit auf Chernarus unterwegs. Er war Mitglied in einer anderen Banditengruppe. Den fkn. Mo wurde von Moon begleitet, doch dieser beschloss doch im Lager zu bleiben und an seiner Panflöte weiter zu schnitzen.
Auch unter Banditen scheint es wohl einige Momente geben, in dem das Wort wichtiger ist als die Waffe. Seine Bande und er hatten schon viel erlebt und so erzählte uns witzige Geschichten.
Erst kürzlich hatten sie den Partybus einer Gruppe von Überlebenden gestohlen und in Brand gesteckt. Als wir sie nach ihren Gründen fragten, war die Antwort Rache. Uns schien dieser Grund mehr als Recht zu sein, den schließlich gehört zu jeder großen Party ein ordentliches Feuerwerk.
Schon lange hab ich nicht mehr so herzhaft lachen können. Für einen kurzen Moment waren die Sorgen ums tägliche Überleben fast vergessen.

Baxtor hatte sich in der Zwischenzeit auch wieder erholt. Zwar blieb es mir ein Rätsel wie ihm dies gelang, doch seelische Narben werden zurück bleiben.
Wir trafen Mo in einem Wäldchen nördlich von Stary Sobor. Noch während wir eine Lagebesprechung abhielten, hörten wir Schüss aus Stary Sobor. Sofort gingen wir in Alarmbereitschaft und hielten Ausschau.
Doch wir sahen niemanden und beschlossen einen Bogen zu machen und uns dem Lager von Nordwesten zu nähern. Vorsichtig rückten wir durchs hohe Gras als vor uns plötzlich ein anderer Überlebener auftauchte. Er sah uns nicht und war wohl damit beschäftigt sein M017 nachzuladen. Mo eröffnete das Feuer und streckte ihn mit gezielten Schüssen nieder. Baxtor nahm sich der M017 an während Mo die Leiche durchsuchte. Während ich den Horizont im Auge behielt, um uns abzusichern. Plötzlich sah ich einen anderen Überlebenen über das freie Feld rennen. Nach einer kurzen Ansage eröffnete ich das Feuer. Traf den dort rennenden auch an der Schulter. Er warf sich zu Boden. Ein erneuter Schuss traf seinen Kopf. In diesem Moment löste er sich in Luft auf.
Hatte ich Gespenster gesehen? Ich hatte zu wenig getrunken war vielleicht etwas dehydriert, doch ich war mir sicher, dass dort ein anderer Überlebener lief. Es half nichts. Ich nahm einen kräftigen Schluck und wir verließen die Position Richtung Westen. Die Sonne ging unter als wir uns von Mo verabschiedeten.
Wir werden, wenn sich die Gelegenheit ergibt, erneut zusammen auf Jagd gehen.

Noch während wir überlegten, welches Ziel wir jetzt ansteuern sollten, bekamen wir die Information, dass es Arno und Shilorius, die zusammen in Berezino unterwegs waren gelungen war, einen fahrtüchtigen V3 zu stehlen. Diesen hatten sie, soweit nötig, repariert und betankt und waren jetzt in unsere Richtung unterwegs. Es dämmerte schon als wir südlich von Stary Sobor unsere Feldflaschen füllen wollten. Eine Unachtsamkeit von Baxtor war Grund, warum ein Zombie uns witterte. Wir liefen aufs Feld um den Zombie töten zu können, ohne durch den Schuss weitere Zombies anzulocken. Der Zombie hatte es auf einmal auf mich abgesehen. Ich lief quer zu Baxtor damit er den Zombie erschiessen konnte ohne mich zu gefährden. Ein lauter Knall erschütterte die Luft. Ich erschrak und warf mich zu Boden. Statt einer Pistole, wie angenohmen, hatte Baxtor sein M107 genutzt um den Zombie zu töten. Der Schuss muss weit zu hören gewesen sein, denn ein Dröhnen war in meinen Ohren.
Nachdem ich mich von dem Schreck erholt hatte, erreichten wir den Treffpunkt. In den Büschen wartend sahen wir Scheinwerfer am Horizont. Es waren Arno und Shilorius, die in bester Ralley Manier durch die Kurven drifteten.
Wir stiegen in den V3 und fuhren in den Süden. Wir wollten genug Abstand zwischen Stary Sobor und uns bringen.
In einem Waldstück stiegen wir aus und halfen ihnen Fleischvorräte zu machen. Wir saßen am Feuer und machten ein paar Erinnerungsfotos von unserem ersten fahrbaren Untersatz. Das Team grauer Vorglüh V3, kurz TgVV3 war geboren. Nein, wir hatten andere Pläne und keine Zeit für Spielereien.
Obwohl es mittlerweile tiefe Nacht war, fuhren wir noch zum Airfield im Nordwesten. Unser Plan war es das zwei rausspringen, einer Deckung gibt und einer im V3 bleibt, bereit die anderen wieder einzusammeln, falls es doch brenzlig werden sollte.
Auf dem Weg dahin schlief Baxtor ein. Wir ließen ihn schlafen. Es war ein langer Tag und er hatte sich eine Pause verdient. Während der Fahrt hörten wir ein zufriedenen Schnarchen. (War echt witzig im TS. :P )
Wir versteckten den V3 in einem Waldstück und schlichen uns Richtung Airfield. Arno blieb zurück in der nähe des Trucks, Shilorius lief die Gebäude ab während ich in einem Busch saß und den Flughafen im Blick hatte. Es war ruhig und ich sah niemanden.
Shilorius rief plötzlich um Hilfe, doch ehe wir etwas unternehmen konnten, wurde er zum Opfer von Zombies. Ein Zombie hatte ihn unglücklich erwischt und Ohnmächtig geschlagen. Wir konnten seine Leiche in der Nacht nicht finden.
Arno und ich beschlossen den Flughafen noch zu untersuchen, doch wir konnten nichts finden. Arno fuhr den V3 in ein sicheres Versteck, während ich für heute am Flughafen verblieb. Es war ein langer Tag und mir fielen die Augen schon zu.


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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #11 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:22 Uhr »
Die nächsten Tage waren anstrengend. Angetrieben von unserem Fund und unserer neugewohnen Mobilität wollten wir die Möglichkeit nutzen möglichst viele Güter zusammen zu tragen. In einer kleinen Gruppe fuhren wird übers Land und alles was uns nützlich vorkam, nahmen wir an uns und verstauten es in unserem V3. Meine Händen taten weh und waren voller Schwielen. Trotz des täglichen Kampfes um das Überleben war körperliche Arbeit ungewohnt geworden. Umso mehr schlauchte es an Körper und Geist. Die Vorgänge wurden immer monotoner, doch es lohnte sich. Wir konnten viel finden.
Doch genau das stellte uns vor ein neues Problem. Wir brauchten einen Platz zum Lagern. Wir fanden einen Ort und parkten dort den V3.
Auf unserem Weg fanden wir einen Pick Up. Er war vollfunktionstüchtig.

Unsere Gruppe bekam wieder etwas zuwachs. Es schlossen sich mehr und mehr an, die sich mit unserem Lebenstil idenfizieren konnten.
So wuchs die Gruppe rasch an und unsere kleine Gruppe wurde mehr und mehr zur Bedrohung für andere. In kleinen Gruppen führten wir Operationen am Nordwestlichen Airfield, Stary Sobor oder nah von Berezino durch.
Ein Rückschlag ereilte uns, als in einer Nacht unser Fahrer Arno mit einem Freund verunglückte und der V3 in Flammen aufging.
Doch wir hatten noch den Pick Up mit dem wir uns auf die Suche nach neuen Autos machten. Es sollte sich zum Guten wenden.
Wir hatten nachdem wir unser Lager aufgeschlagen hatten und entsprechend das Material gesammelt hatte und viel auf der Insel herumgekommen, genug Material um weitere Autos zu bergen. So gliederten sich ein Omnibus, ein Quad und ein Fahrrad unserem Fuhrpark an. Doch wir mussten feststellen, dass Autos viel Arbeit bedeuteten. Deshalb verbrachten wir viel Zeit damit die Autos zu reparieren und entsprechend in Stand zu halten.

Eines Abends beschlossen Arno und ich die Barracken des nördlichen Airfields zu durchsuchen. Dieser Ort war gefährlich, denn viele Überlebene suchten dort nach Ausrüstung, die von den Militärs zurück gelassen wurde. Vorallem seltenes Zubehör sollte man hier finden können. Im Schutz der Dunkelheit schlichen wir uns nah an die Barracken. Ich stand draußen im Wald und überblickte die Gegend während Arno sich auf die Barracke zu bewegte und vorsichtig die Tür öffnete. Ein Knarzen war zu hören als sich die schwere Tür langsam bewegte. Auf einmal sah ich einen Schatten im Gebäude. Arno zog sich in die Duschkammer der Barracke zurück und behielt die Tür im Auge. Ich pirschte mich an die Barracke heran, um einen Blick durchs Fenster erhaschen zu können. Auf einmal sah ich im letzten Raum einen anderen Überlebenen. Ich rannte wieder auf meine Position. Arno verharrte auf seiner Stelle bis ich wieder auf der Position war. Mit dem Mondlicht im Rücken hoffte ich von einer Anhöhe in das Gebäude sehen zu können. Schüsse fielen. Arno und der andere Überlebene lieferten sich einen Kampf. Ich konnte den anderen Überlebenen manchmal zwischen den Fenstern laufen sehen, doch die Gefahr Arno zu treffen war gegeben. Ich gab einen Schuss ab und traf den Überlebenen. Mit weiteren Schüssen aus meiner DMR zwang ich ihn sich wieder in den letzten Raum zurück zu ziehen. Arno war schwer angeschlagen und wir wussten nicht, wie es um den anderen Überlebenen stand. Dann fand Arno eine Handgranate. Er löste den Zündhahn und warf die Granate in den letzten Raum. Der Himmel erhellte sich als es laut knallte und Rauch aus dem Gebäude aufstieg. Von dem Überlebenen war nicht mehr viel übrig geblieben. Die Granate hatte ihn zerfetzt. Ich richtete meinen Blick wieder auf die Umgebung während Arno sich daran machte die verbliebenen Einzelteile des Überlebenen nach Loot abzusuchen. Vielleicht hatte seine Uhr oder etwas Munition die Detonation überstanden. Schüss fielen und mit einem Schrei ging Arno zu Boden. Ein weiterer Überlebener war in dem Zimmer und hatte die Granate schwer verletzt überlebt. Ich eröffnete das Feuer und zwang ihn erneut zum Rückzuck. Er löste sich in Luft auf. Unsicher der Situation verblieb ich an der Stelle und hielt die Barracke im Auge. Es passierte nichts. Minuten vergingen. Es wurde knapp, wenn es um Arno ging. Es war einige Zeit vergangen und ich hegte mich wieder in Sicherheit. Ich musste das Risiko eingehen und nach meinem Kameraden gucken. Ich nahm meine M1911 und schlich mich wieder zum Gebäude. Gerade als ich unter dem letzten Fenster entlang schlich, sah ich einen Schatten im Gebäude. Um die Ecke sprang ein Überlebener und eröffnete das Feuer mit einer M4A1 auf mich. Ich schoss mit meiner M1911. Weitere Schüsse einer dritten Waffe fielen. Ein Dritter, ein Scharfschütze wohl, hatte mich aufs Korn genohmen. Ich war chancenlos. Zu offen war meine Position. Es war eine Frage der Zeit. Mit einem Ruck spürte ich nichts mehr. Meine Sicht war schwarz und ich fühlte mich leicht und unbeschwert.

-Ende Kapitel V-

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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #12 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:22 Uhr »
Kapitel VI, Der Fuhrpark

Ich erwachte am Strand von Chernogorsk. Meine Lippen fühlten sich spröde an und mir war leicht schwindelig.
Dieser Gedanke, dass alles nur ein Spiel war, ein großes Theater in dem ich nicht mehr war als eine kleine unbedeutete Spielfigur kam wieder in mir hoch.
Ich konnte mich nicht nicht erinnern wann ich zuletzt an diesem Strand war. Waren es Stunden, waren es Tage?
Alles kam mir so unwirklich und unvorstellbar vor. Bilder liefen vor meinen Kopf. Gestalten in Tarnkleidung die in Büschen lauern und das Feuer aus ihren Sturmgewehren auf andere Gestalten eröffnen. Zwischendrin flackerten Bilder meiner Familie auf. Der Geburtstag meiner Tochter.
Es war ein lauer Sommertag und das ganze Haus war geschmückt. Überall waren Ballons und im Garten stand eine große Hüpfburg. Sie hatte all ihre Freundinnen eingeladen. Ob auch ein paar Jungs kommen würden und ich noch das kleine Fußballtor im Garten aufbauen sollte hab ich sie gefragt, sie sagte nur, dass Jungs doof sein und lachte. Das Tor sollte ich trotzdem aufbauen.
Die Party war ein voller Erfolg. Fröhliche Mädchen draußen im Garten, auf der Hüpfburg und entspannte Erwachsene auf der Terrasse. Es hätte alles so schön sein können. Es war uns sogar möglich einen Clown zu engagieren. Eigentlich war es viel eher Vlade, einer meiner Arbeitskollegen, welcher auf der Arbeit viel rumalberte und für gute Stimmung sorgte. Es erschien ihm ungewöhnlich, als ich meinte er sollte seine Witze einem jüngeren Publikum anpassen, aber er hatte viel Spass. Beim Lufttiere pusten hustete er plötzlich und rannte ins Badezimmer. Ich stand vor dem Zimmer und klopfte und fragte, ob den alles in Ordnung wäre. Er ächzte, dass alles ok sei, aber beim späteren Blick ins Badezimmer erahnte ich seine Blutspuren. Hatte er Blut gespuckt? War er krank? Er machte keine weiteren Anzeichen. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass unsere vollkommende Welt in wenigen Wochen nicht mehr die selbe sein würde.

Ich atmete auf und genoß einen letzten Atemzug der Meeresluft durch meine Lungenflügel gleiten, bevor ich mich aufmachte in den Straßen von Chernogorsk um mein Leben zu laufen. Dieses Los laufen und einfach versuchen alles hinter sich zu lassen kam mir mittlerweile vor als hätte ich es schon viel zu oft gemacht. Immer wieder und wieder. Ich lief die Häuser ab. Auf der Suche nach einem Rucksack, einer Waffe, etwas Nahrung und alles was ich sonst noch so gebrauchen könnte. Ich hatte Glück und wurde schnell fündig. Ich hörte Schüsse in der Ferne, doch ich wollte so schnell es geht nach Norden aufbrechen. Ich stopfte mir die Taschen mit medizinischen Gütern voll, diese waren oben im Norden sehr gefragt, und ich machte mich auf den Weg.
Ich lief durch die endlosen Wälder. Vorbei an kleinen Dörfern. Ich orientierte mich an Straßenverläufen, Telefonmasten oder dem Weg der Wolken.
Schlieslich erreichte ich mein Ziel.

Unser Lager war mittlerweile beträchtlich gewachsen. Das Sonnenlicht brach durchs Blätterdach und schien auf die Planen der Zelte, die aufgereiht standen.
Die Fahrzeuge etwas daneben. Ich fühlte mich direkt etwas sicherer. Umgeben von meinen Freunden und der Gewissheit genug Ausrüstung zu haben. Teils gesammelt, teils anderen Überlebenen abgenohmen. Ob dies der Preis war zu überleben? Sicherlich. In den letzten Tagen lernte ich, dass es wert ist sein Leben für einen Autoreifen zu riskieren, wenn es auch nur der Gruppe ermöglichte das Auto bewegen zu können. Aber ich lernte auch, dass mit entsprechender Ausrüstung Zombies keinerlei Probleme mehr darstellten. Wir töteten hunderte von ihnen. Ganze Dörfer und Städte befreiten wir von den Kreaturen nur um dann zu merken, dass sie nach kurzer Zeit wie wieder auferstanden zu sein schien und erneut ihre toten Finger nach uns streckten, um unser von den Knochen zu schälen.

Arno hatte sich als Fahrer etabliert. Er erzählte viel und manchmal war es anstrengend ihm zuzuhören, aber wir wussten was wir an ihm hatten. Er war Fahrer und Mechaniker und wusste wie man mit Fahrzeugen um zu gehen hatte. Nur Fahrrad fahren konnte er nicht, aber das bringen wir ihm auch noch bei.
Er erinnerte mich an diesen Schwarzen aus der alten Fernsehserie in der ein Team von verschiedenen Charakteren die unlösbarsten Aufgaben erfüllt. Ihm fehlten nur die Goldketten. Doch welche Rolle würde ich in dieser Gruppe einnehmen? War ich derjenige der Pläne schmiedete oder der charismatische Draufgänger? Es spielte keine Rolle, denn unser Hubschrauberpilot war noch nicht gefunden.
Die Dinge änderten sich schlagartig als Arno auf dem Weg einen unserer Kameraden im Süden abzuholen einen Stop beim Green Mountain machte. Er entdeckte einen Jeep und bewegte sich unvorsichtigerweise direkt auf diesen zu. Als er gerade auf dem Fahrersitz saß um zu schauen, in welchem Zustand der Wagen war, fiel ein Schuss und Arno sah schwarz. Er war in die Falle getappt. Arno verlor nicht nur sein Leben. Als ich einige Zeit später den Ort erreichte, im Versuch zu retten was noch zu retten ist, durfte ich feststellen, dass nicht nur der Jeep weg war, auch unser Pick Up war gestohlen worden und Arnos Leiche bis auf die Pistole gefleddert. Wir wussten nicht mit wem wir es zu tun hatten, doch unsere Rache wird fürchterlich. Wer auch immer unseren Pick Up geklaut und Arno auf dem Gewissen hat, sollte lieber wachsam sein, um nicht von uns überrascht zu werden. Wir werden dich finden. Banditen beklaut man nicht ohne Folgen.

Doch dies war nicht der einzige Tiefpunkt. Auch unbehagen kam in der Gruppe auf. Durch die immer größer werdene Gruppe hatten wir mehr Leute zu versorgen. Während einige versuchten die Gruppe zu versorgen und sich aufopferten, drehten andere Däumchen. Absprachen wurden schwerer.
Dies sorgte für Misgunst und Neid unter einigen und Gruppen bildeten sich. Dies war bisher kein Problem, allerdings schlug die eine Gruppe ihr Lager an einem anderen Ort auf.
Ob das eine gute Idee war? Wir wussten es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber aufgrund der großen Gruppe war es eine gute Gelegenheit die Lage etwas zu entspannen und sich wieder in kleineren Gruppen Aufgaben zu stellen.

Es war Mittag als Arno zu Fuß ins Lager kam. Wir wunderten uns, schliesslich war er mit dem Bus los gefahren. Wir ahnten nichts Gutes. Der Bus hatte eine Panne und wir mussten schnell handeln, um ihn zu retten. Eine Panne in der Wildnis bedeutete meistens nichts Gutes. Ein stehendes Fahrzeug war ein zu leichtes Ziel und andere Überlebene könnten ihn genau so entdecken und reparieren wie wir. Es war ein Wettrennen gegen die Zeit.
Sofort machten wir uns auf die benötigen Ersatzteile zu besorgen, doch wir hatten kein Glück und so brauchten wir eine ganze Weile.
In der Zwischenzeit liefen zwei unserer Aufklärer von Osten Richtung Westen, um den Bus zu sichern. Sie konnten ihren Augen kaum trauen, als sie zwischen den Bäumen ein weiteres Fahrzeug entdeckten. Vorsichtig schlichen sie sich heran und vor ihnen stand ein hellbauer Kleinbus. Sie kontrollierten den Zustand und das Fahrzeug war vollständig repariert, lediglich das Benzin war etwas knapp. Sie hörten ein Motorgeräusch und gingen in Deckung. Ein Pick Up war zu hören. Sie stiegen in den Kleinbus ein und fuhren los. Schüsse waren zu hören. Ob sie ihnen galten, konnten sie nicht ausmachen. Sie fuhren soweit sie das Benzin trug und versteckten sich in einem Waldstück. Dort legten sie sich auf die Lauer und warteten auf ihre Verfolger.
Währendessen hatten wir soweit alles zusammen getragen für den Bus. Doch jetzt hieß es auch Benzin für den Kleinbus zu organsieren. Es war mittlerweile spät geworden und die Kräfte schwanden. Tief in der Nacht erreichten Arno und ich den Bus. Es war uns möglich diesen zu reparieren und zu betanken. Nun fuhren wir weiter zum Kleinbus und betankten auch den. Wir hatten es soweit geschafft, doch jetzt mussten die zwei Fahrzeuge sicher ins Lager gebracht werden. Das bedeutete ich musste Fahren. Seit Wochen saß ich nicht mehr in einem Auto. Unsicher drehte ich den Schlüssel im Zündschloss, löste die Handbremse und fuhr an. Der Wagen strauchelte, doch es gelang mir die Kontrolle über ihn zu gewinnen. Vorsichtig fuhr ich um die ersten Kurven. Das Fahrgefühl kam mit mal und mal zurück. Arno lenkte den Omnibus und wir fuhren die Autos sicher ins Lager. Wir waren geschafft. Doch es war uns gelungen den Bus zu retten und einen Kleinbus zu erobern. Ob er einer anderen Gruppe von Überlebenen gehört hat? Wer hatte ihn dort geparkt? Gab es noch weitere Überlebene, die sich zu einer Gruppe zusammen geschlossen hatten? Lediglich von dem Scharfschützen am Green Mountain wussten wir und da beide Wagen wegefahren waren, musste er auch Freunde haben. Wir waren nicht allein.


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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #13 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:22 Uhr »
Routine machte sich breit. Unsere Tage gestalteten sich immer ähnlicher. Obwohl es keinen geregelten Zeitrahmen gab, sahen die Aufgaben doch immer ähnlich aus. Während einige die Lager mit Beute füllten, suchten die anderen nach Material für die Fahrzeuge. Vorallem Benzinkanister waren knapp.
Zwar verloren wir durch ungeahnte Merkwürdigkeiten Autos, doch genau so schnell wie wir sie verloren, hatten wir auch schon wieder Neue.
Seitdem wir uns mit Fahrzeugen beschäftigten, hatte die Jagd auf andere Überlebene stark nachgelassen. Ich sehnte mich danach endlich nach dem ganzen Benzin schleppen, Motoren schrauben endlich wieder mit den Jungs auf die Lauer zu legen. Ich brauchte diesen Adrenalinkick. Diesen Nervenkitzel, diese pure Euphorie, wenn ein Raubzug gelungen war und ein Körper eines anderen Überlebenen regungslos im Gras lag. Ja, ich stand dazu. Durch die ganzen Sachen die mir wieder wiederfahren sind seitdem Zombies die Welt zu einem überlebens feindlichen Ort machten, gehörte ich zu den Menschen die sie zusätzlich auch noch gefährlich machten. Zombies waren nicht das größte Problem für Überlebene. Es waren kaltblütige Banditen wie ich es einer war. Die Gedanken an meine Familie, an mein Leben zuvor, die in solchen Momenten als strenges Gewissen über mich kamen versuchte ich zu verdrängen. Zwar konnte ich in einigen Nächten nicht die Augen zu kriegen, doch ich verdrängte sie. Zu wichtig war mir dieses Gefühl, mich am Leben zu fühlen.

Eine Nachricht von Sgt. Cabinol erreichte uns. Er hatte auf einer Erkundungstour ein anderes Lager entdeckt. Ein Jeep stand auch dort.
Sofort machten wir uns auf zum Ort des Lagers um dieses leer zu räumen. Wir luden den Jeep voll und fuhren zu unserem Lager um die Sachen dort wieder auszuladen. Während eine kleine Gruppe von uns damit beschäftigt war die Beute zu sichern, lauerten andere im Blattwerk.
Nachdem der Jeep nicht mehr zum Abtransport benötigt wurde, wurde dieser benutzt um eine Gruppe Richtung Norden zu fahren, diese wollten dort auf die Jagd gehen. Wir hatten viel erbeutet.

Es verging einige Zeit und ich zog wieder alleine los. Zu oft war ich mit der Gruppe unterwegs gewesen, dass es jetzt mal wieder Zeit war alleine unterwegs zu sein. Mein Ziel war eine Stadt in der ich noch nicht war, da sie sonst immer zu weit entfernt von unseren normalen Routen war. Darum entschied ich mich jetzt auf eigene Faust Vybor zu erkunden. Ich näherte mich der Stadt von Südosten und schon auf einiger Entfernung sah ich die Zombies.
Ich warf mich ins hohe Gras und robbte vorsichtig zwischen den Zombies entlang. Ich sah ein großes rotes Haus. Dort wollte ich mal sehen, was ich dort finde. Zwischen Haus und meiner Position war allerdings kein Gras mehr. Ich wartete ab, ob die Zombies in eine andere Richtung gehen, doch es half nichts. Ich rannte los und direkt wurden zwei der abscheulichen Kreaturen auf mich aufmerksam. Ich rannte in das Haus. Lauerte an der Tür und erschoss die zwei mit gezielten Kopfschüssen. Doch die Schüsse lockten noch weitere an, aber auch diese konnte ich gezielt ausschalten. Jetzt hatte ich Zeit mich in Ruhe umzusehen. Ich wühlte mich durch den Müll denn die Bewohner hinterlassen hatten. Ich fand Bandagen, etwas Nahrung und ein komisches Paket. Ich öffnte es und zu meiner Überraschung befand sich darin ein Ghilie Suit. Ich kannte diese Anzüge vom Militär. Scharfschützen die gut getarnt, teilweise ewig auf der selben Position verharren, tragen diese Anzüge oft. Man sieht darin aus wie ein wandelner Busch. Ich zog ihn an. Es war etwas komisch doch ich gewöhnte mich dran. Innerhalb einer Stadt würde es mir nicht viel bringen, doch draußen sollte es schwer sein mich zu finden.

Ich rannte in die Schule. Die Zombies die mir folgten schaltete ich mit gezielten Schüssen mit meiner M1911 aus. Doch ich fand nichts nennenswertes. Auch im Supermarkt und einem weiteren Haus fand ich nichts.
Nachdem ich ausgerüstet mit einem Ghilie Suit nichts mehr fand, beschloss ich nach Stary Sobor zu gehen, um dort den neuen Anzug in der Praxis zu testen. Auf halbem Weg bat mich Arno jedoch zurück zu kommen und ihm beim Tanken zu helfen, da er gerade ein Auto in der Gegend gefunden hatte und für den weiten Weg zurück noch eine Tankladung brauchte. Das kam mir sehr gelegen, da ich so auch den Weg nicht laufen musste. Ich rannte also zurück nach Vybor. Leider riß meine Verbindung ab und als ich mich festen Boden unter den Füßen hatte, war ein Ghilie Suit plötzlich verschwunden. Ich wusste nicht wo er hin war. Ich teilte Arno mit, dass ich noch in ein Haus gehe, bevor ich zur Tankstelle komme, da das auf dem Weg sein. Ich wühlte gerade im Müll als plötzlich eine Gestalt vor mir stand und direkt das Feuer eröffnete. Es war Arno, der nicht wusste, dass ich den Ghilie Suit verloren hatte. Er hielt mich für einen anderen Überlebenen. Er versuchte mich zu retten doch es war zu spät. Ich starb in seinen Armen.

-Ende Kapitel VI-


grüße
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Re: Gewissensbisse - Tagebuch eines Banditen
« Antwort #14 am: Montag, 08.Dez 2014 - 15:23 Uhr »
Kapitel VII, Herzinfakt in Kamenka

Ich blinzelte und öffnete langsam die Augen. Die Sonne schien grell aus Osten auf mich herab. Ich fühlte mich schlecht.
Mein Brustkorb schmerzte und es fiel mir schwer mich auf den Beinen zu halten? Was war passiert? Wo war ich hier?
Mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich mich in Kamenka befand, plötzlich - ein stechender Schmerz in meiner Brust - Arghs - Herzinfakt.
Ich fiel zu Boden und hörte ein letztes mal die Gischt des Meeres an den Strand peitschen, dann umschloss mich Dunkelheit.

Disclaimer:
Komisches Kapitel. Und so kurz? Was ist denn da passiert?
Wer kennt es nicht. Man stirbt und möchte in Chernogorsk oder Elektrozavodsk spawnen, um sich möglichst schnell wieder mit dem Grundsätzlichem auszustatten und dann wieder nach Norden zu laufen. Aber man spawnt an Orten wie Kameka oder Drakon. Die schnellste Möglichkeit ist dann der Respawnknopf. Es hat wirklich knapp zehn Spawns benötigt, bis ich mich wieder in Chernogorsk befand.
Das Kapitel ist gubelfax gewidmet, der sich während meines Leidens und meines Spawnes darüber lustig gemacht hat und fragte, ob ich darüber auch ein Kapitel schreibe.
Eine kurze Homage an den Respawn. :rolleyes:

-Ende Kapitel VII-
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